Konzert des Staatlichen Kammerorchester aus Weißrussland

Kleinodien der Streichermusik

Ein beeindruckendes Herbstkonzert lieferte das Staatliche Kammerorchester der Republik Belarus, bei uns bekannter als Minsker Kammerorchester, in der Wittener Universität ab. Seit einigen Tagen ist das Orchester auf Westfalen-Tournee unter der Leitung des Wittener Universitätsmusikdirektors Ingo Ernst Reihl.

ANNEN

, 09.09.2014, 17:44 Uhr / Lesedauer: 1 min
Konzert des Staatlichen Kammerorchester aus Weißrussland

Das Staatliche Kammerorchester der Republik Belarus, hier besser bekannt als Minsker Kammerorchester, spielte als Ensemble in Residence ein Konzert unter Leitung von Ingo Ernst Reihl in der Universität Witten/Herdecke.

Dmitri Schostakowitschs 8. Streichquartett "Dresden" dirigierte Reihl in der Originalfassung, um den Part des Kontrabasses ergänzt und in chorischer Besetzung. Die fünf Sätze ergaben einen reizvollen und trotz der dramatisch-verzweifelten Thematik des zweiten Satzes in der überzeugenden Interpretation raren Gesamteindruck. Gratwanderung zwischen Spätromantik und Moderne war das "Gebet", eine Komposition des Orchestergründers Oleg Jantschenko. Wechselnd intonierten erste Violinen und die übrigen Stimmgruppen parallel Stilelemente beider Epochen, setzten Solocellist und Konzertmeister modernen Klangflächen einfühlsame Kantilenen entgegen.

Tschaikowskis bekannte Serenade in C-Dur versöhnte manche Besucher mit der schwereren Kost des vorherigen Programms. Zugaben wie Salonmusik von d’Ambrosio und die Polka "Der Vergnügungszug" von Joh. Strauß (Sohn), garniert mit Reihls stimmlicher Imitation von Zuggeräuschen, Trillerpfeife und Luftrüssel-Tröten bildeten einen etwas übersteigerten Gegenpol. Eine "Meditation" Jantschenkos rundete den Abend ab.

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