Kraftfeld von Pierre Boulez in der Kraftzentrale

Ruhrtriennale

Bei Raumklangkompositionen wie "Répons" von Pierre Boulez (Foto) geht doch nichts übers Liveerlebnis. Dennoch blieb am Freitag - bei der ersten von zwei Aufführungen im Rahmen der Ruhrtriennale - mehr als ein Drittel der 816 Plätze in der Kraftzentrale im Landschaftspark Duisburg-Nord frei.

DUISBURG

, 17.09.2016, 15:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kraftfeld von Pierre Boulez in der Kraftzentrale

Das Ensemble Inter Contemporain spielte mit den Klangregisseuren von IRCAM unter Leitung von Matthias Pintscher in der Kraftzentrale im Landschaftspark Nord in Duisburg „Résponse“ von Pierre Boulez.

Es war halt zeitgenössische Musik, und dann auch nur dieses eine Stück von 45 Minuten Länge, das zweimal hintereinander gespielt wurde.

"Répons" gilt als Kultwerk der experimentellen Musik und als ein Highlight im Schaffen des im Januar verstorbenen Boulez. Vor 35 Jahren bei den Donaueschinger Musiktagen in einer 20-minütigen Erstfassung uraufgeführt, hat es der Franzose in den Folgejahren zur jetzigen Form ausgeweitet.

Großer Raum

Einziger Haken: "Répons" bedarf eines großen Raumes, in dem ein 24-köpfiges Ensemble aus Bläsern und Streichern von Publikum, Solisten an Vibraphon, Harfe, Xylophon, Hackbrett und zwei Klavieren sowie von Live-Elektronik umgeben sein kann.

Das hintere Ende der Duisburger Industriehalle erwies sich hierfür jetzt als nahezu ideal. Und so schwärmte der aus Marl gebürtige Dirigent Matthias Pintscher davon, Boulez' "sonores Kraftfeld in der Kraftzentrale" erzeugen zu können. Unter seiner routiniert-präzisen Leitung entfalteten die sechs Solisten und das renommierte Pariser Ensemble Intercontemporain einen virtuosen, pulsierend-vibrierenden Klangstrom.

Ein unglaublicher Moment

Unglaublich der Moment, wenn der Klang nach ungefähr sechs Minuten beim ersten Einsatz der über Lautsprecher verstärkten Solisten schier zu explodieren scheint. Fürs zweite Hören wurden diehttp://www. ruhrtriennale.de Sitzplätze gewechselt. Das differenzierteste Hörerlebnis ergab sich dabei übrigens in der "klassischen" Sitzposition vor dem Orchester.

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