Kraftwerk wird teurer als geplant

Engagement der Stadtwerke

Das Kraftwerksprojekt in Hamm wird zur Kraftprobe zwischen den beteiligten Stadtwerken und dem Bauherrn RWE. Aufgrund von Baumängeln verzögert sich die Inbetriebnahme. Gleichzeitig steigen die Kosten - auch für die Bochumer Stadtwerke.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 15.02.2011, 16:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
In Hamm-Uentrop entsteht das neue Kohlekraftwerk. Der erste Block sollte dieses Frühjahr in Betrieb gehen. Inzwischen wird wohl vor 2013 nichts passieren.

In Hamm-Uentrop entsteht das neue Kohlekraftwerk. Der erste Block sollte dieses Frühjahr in Betrieb gehen. Inzwischen wird wohl vor 2013 nichts passieren.

Wie ihnen geht es zahlreichen anderen kommunalen Stadtwerken. 23 Kommunen, vor allem aus NRW, hatte RWE vor gut drei Jahren mit einer lukrativen Rendite ins Projekt gelockt. Auch der Bochumer Stadtrat votierte mehrheitlich für die Beteiligung. „Wir sind derzeit auch nicht glücklich mit der Situation“, sagt Thomas Schönberg, Sprecher der Stadtwerke Bochum auf Anfrage. Doch während andere Städte offen über einen Rückzug aus dem Kraftwerksengagement reden, halten die Stadtwerke Bochum an ihrer Entscheidung fest. „Aus diesem Projekt können wir nicht aussteigen und wir wollen es nicht“, so Schönberg. Zumindest ließe sich das nicht ohne Verluste realisieren.

Diese ist man in Münster bereit zu akzeptieren. Politiker dort sind einstimmig entschlossen den Deal zu kippen – so schnell wie möglich. Dass das Thema Kraftwerksneubau in Bochum noch nicht mal auf der Tagesordnung des Aufsichtsrates stand, verwundert hingegen. „Wir sind derzeit in Gesprächen mit RWE“, erklärt Thomas Schönberg. Von Seiten des Energiekonzerns habe man vorsichtige Anzeichen bezüglich eines wirtschaftlichen Entgegenkommens erhalten.