Kreative Banane in Bochum entdeckt

Szene-Potenzial

Das ganze Ruhrgebiet reißt sich um die boomende Kreativwirtschaft. Ob auch Bochum Potenzial hat, die Kreative Klasse anzulocken, untersuchten jetzt Stadtgeographen der Ruhr-Universität. Und entdeckten dabei eine "Kreative Banane", auf die die Stadt ihre Anstrengungen konzentrieren soll.

BOCHUM

von Von Max Florian Kühlem

, 24.02.2011, 15:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Kreativen, um die es den Städten in erster Linie geht, sind weniger freie, wenig betuchte Künstler, sondern Architekten, Software-Entwickler, Werber, Journalisten, Veranstalter etc. Eine Gruppe von Berufstätigen, die sich in NRW bislang eher nach Köln oder Düsseldorf orientiert."Zartes Pflänzchen" "Es gibt die Kreative Klasse in Bochum, aber sie ist ein sehr zartes Pflänzchen, das man hegen und pflegen muss", sagt Prof. Andreas Farwick von der Ruhr-Universität. Mit Studierenden des Masterstudiengangs "Stadtentwicklungsmanagement" wollte er herausfinden: "Welchen Humus braucht sie denn?" Bei einer umfassenden Befragung von Kreativen, die man mithilfe der Stadtverwaltung ausgemacht hatte, unterschied man drei Gruppen: Niedrig und gut verdienende Alleinstehende sowie Familienorientierte. Während letztere auch gern in Stadtrandlagen leben, sind für die deutliche Überzahl günstige Mietwohnungen, insbesondere Altbauten, in Innenstadtlage interessant. Kreative wünschen sich eine gute Infrastruktur, also Verkehrsanbindung, Nahversorgung, Kultur- und Freizeiteinrichtungen und ein gern multikulturelles, aber sicheres Umfeld.'"Es gibt kaum Altbauten"

Ein großes Problem Bochums wird dabei schnell ersichtlich: "Es gibt kaum Altbauten aus der Gründerzeit und wenn, dann in eher problematischen Bereichen wie im Griesenbruch oder an der Castroper Straße oder in hochpreisigen Lagen am Stadtpark", so Farwick. Gemeinsam mit seinen Studierenden hat er zwar Geheimtipps ausgemacht: "Einige Bereiche in Altenbochum ließen sich in Richtung eines kreativ-affinen Umfelds entwickeln", sagt etwa Student Dominik Vaut und verweist auf die ehemalige Stadtgärtnerei, die bebaut werden soll. Die interessanten Hot Spots für Kreative seien jedoch vor allem das Ehrenfeld mit dem Schauspielhaus, das Viktoria Quartier mit dem zu entwickelnden Katholikentagsbahnhof und Musikzentrum und der Bereich vom Westend bis zur Jahrhunderthalle. Auf dieses auf dem Stadtplan als "Kreative Banane" sichtbare Areal solle die Stadt ihre Anstrengungen konzentrieren - und Sponsoren lenken.