Krebsdrama räumt ab beim Deutschen Filmpreis

Lola-Gala in Berlin

Das Krebsdrama "halt auf freier Strecke" ist der große Gewinner der Lola-Gala und wurde am Freitagabend mit dem Deutschen Filmpreis in Gold ausgezeichnet. Ebenfalls sehr erfolgreich war Roland Emmerich mit seinem Shakespeare-Film „Anonymus“. Der große Favorit "Barbara" bekam nur die Silberne Lola für den besten Spielfilm.

BERLIN

von dpa

, 27.04.2012, 22:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Regisseur Andreas Dresen freut  nach der Verleihung des 62. Deutschen Filmpreises "Lola" über die Auszeichnung in der Kategorie Beste Regie für den Film «Halt auf freier Strecke»  mit der Preisträgerin in der Kategorie Beste Weibliche Hauptrolle Alina Levshin und dem Preisträger in der Kategorie Beste Männliche Hauptrolle Milan Peschel (r).

Regisseur Andreas Dresen freut nach der Verleihung des 62. Deutschen Filmpreises "Lola" über die Auszeichnung in der Kategorie Beste Regie für den Film «Halt auf freier Strecke» mit der Preisträgerin in der Kategorie Beste Weibliche Hauptrolle Alina Levshin und dem Preisträger in der Kategorie Beste Männliche Hauptrolle Milan Peschel (r).

Roland Emmerichs „Anonymus“ war ein weiterer großer Gewinner des Abends: Der Shakespeare-Film mit Vanessa Redgrave und Rhys Ifans holte sich sechs Lolas: für die Tongestaltung, Maskenbild, e Filmmusik, Kostümbild, Schnitt und Kamera/Bildgestaltung. Die Lola ist mit knapp drei Millionen Euro Preisgeldern die höchst dotierte Auszeichnung für den deutschen Film. 

Der deutsche Hollywood-Kameramann Michael Ballhaus ist von der Deutschen Filmakademie mit dem Ehrenpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Der 76-Jährige („Goodfellas“, „Departed - Unter Feinden“) nahm die Goldene Lola am Freitagabend in Berlin aus den Händen von Akademie-Präsidentin Iris Berben entgegen. „Genug, genug, genug“, rief Ballhaus, als der Applaus der rund 1800 Gala-Gäste nicht enden wollte. „Vielen, vielen Dank für diesen unglaublichen Applaus. Ich bin zutiefst gerührt“, meinte er. „Dieser Preis ist ganz wichtig, denn er kommt aus Deutschland und ich bin mit Leib und Seele auch Deutscher.“ Als Kameramann sei er Teil eines Teams. „Ich bin nur der Kameramann. Film ist Teamarbeit und wenn man wunderbare Teams hat, kann man wunderbare Filme machen“, sagte Ballhaus. Der 76-Jährige drehte unter anderem 17 Filme mit Regisseur Rainer Werner Fassbinder und sieben mit Martin Scorsese. „Danke für deine wunderbaren Bilder“, sagte Berben. Vor einigen Jahren zog Ballhaus zurück nach Deutschland. Er lebt in Berlin.

Der erste Bernd-Eichinger-Preis ist am Freitagabend an Michael „Bully“ Herbig verliehen worden. Der undotierte Preis erinnert an den im vergangenen Jahr gestorbenen Filmproduzenten Eichinger. Er wird an Persönlichkeiten verliehen, die durch gemeinsame kreative Leistung und persönliche künstlerische Passion einen maßgeblichen Beitrag zur Kinokultur leisten. „Ich bin doch noch so jung“, meinte Herbig verwundert bei der Verleihung im Berliner Friedrichstadt-Palast. „Falls er zuhört: Bernd, ich werde deine Liga nicht so richtig erreichen, aber ich werde in deinem Sinne weitermachen.“

  • Bester Spielfilm: Goldene Lola: „Halt auf freier Strecke“ von Regisseur Andreas Dresen; Silberne Lola: „Barbara“ von Regisseur Christian Petzold; Bronzene Lola: „Kriegerin“ von Regisseur David Wnendt
  • Bester Dokumentarfilm: „Gerhard Richter Painting“ von Regisseurin Corinna Belz
  • Bester Kinderfilm: „Wintertochter“ von Regisseur Johannes Schmid
  • Beste weibliche Hauptrolle: Alina Levshin („Kriegerin“)
  • Beste männliche Hauptrolle: Milan Peschel („Halt auf freier Strecke“)
  • Beste weibliche Nebenrolle: Dagmar Manzel („Die Unsichtbare“)
  • Beste männliche Nebenrolle: Otto Mellies („Halt auf freier Strecke“)
  • Beste Regie: Andreas Dresen („Halt auf freier Strecke“)
  • Bestes Drehbuch: David Wnendt („Kriegerin“)
  • Beste Kamera/Bildgestaltung: Anna J. Foerster („Anonymus“)
  • Beste Filmmusik: Lorenz Dangel („Hell“)
  • Bester Schnitt: Peter R. Adam („Anonymus“)
  • Bestes Kostümbild: Lisy Christl („Anonymus“)
  • Bestes Maskenbild: Björn Rehbein/Heike Merker („Anonymus“)
  • Bestes Szenenbild: Sebastian Krawinkel („Anonymus“)
  • Beste Tongestaltung: Hubert Bartholomae und Manfred Banach („Anonymus“)