Kreis Borken klärt auf: Diese Regeln gelten bei Corona-Quarantäne

Fragen und Antworten

Die Infektionszahlen steigen weiter, auch der Inzidenzwert liegt noch deutlich über 100. Zahlreiche Menschen befinden sich daher in Quarantäne. Der Kreis erklärt nun die genauen Bestimmungen.

Kreis Borken

11.11.2020, 10:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wenn die Corona-Warnapp „rot“ zeigt, kann ein Test nötig sein.

Wenn die Corona-Warnapp „rot“ zeigt, kann ein Test nötig sein. © Nikolaus Kellermann

Die Zahl der Corionainfizierten steigt – nicht nur im Kreis Borken. Und weil diese Zahl steigt, müssen mehr Infizierte sowie deren unmittelbare Kontaktpersonen („Kontaktpersonen ersten Grades“) auf Anordnung für zunächst 14 Tage in Quarantäne.

Weil in diesem Zusammenhang einige Unklarheiten in der Bevölkerung aufgetreten sind, hat der Kreis Borken einige Fragen und Antworten darauf zusammengefasst. Dabei weist er darauf hin, dass das Kreisgesundheitsamt bei den Quarantäneentscheidungen immer eine auf den Einzelfall bezogene Risikoeinschätzung vornimmt.

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Wer sind „Kontaktpersonen ersten Grades“?

Das richtet sich danach, wie eng der Kontakt zu einer infizierten Person war. Maßstab für die Einschätzung ist laut Robert-Koch-Institutes (RKI) ein körperlicher Abstand von unter 1,50 Meter und ein zeitlicher Kontakt von länger als 15 Minuten. Von entscheidender Bedeutung sei zudem, ob bei dem Kontakt von einem, beiden oder niemandem eine „Mund-Nase-Bedeckung“ getragen wurde. Wichtig zu wissen ist außerdem, ob der Kontakt im Freien oder drinnen stattfand und wie lange er zurückliegt. Für die Risikoeinschätzung hat schließlich auch die Frage besonderes Gewicht, ob Kontaktpersonen berufliche oder private Verbindungen zu sogenannten „vulnerablen Bereichen“, also beispielsweise zu Krankenhäusern oder Alten- oder Pflegeeinrichtungen, haben.

Wann wird die Quarantäne verlängert?

Die vom Grundsatz her 14 Tage währende Quarantäne wird verlängert bei Krankheitssymptomen und wenn deswegen eine Testung neu positiv ist.

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Was ist mit Kontaktpersonen von Kontaktpersonen?

Für Kontaktpersonen von „Kontaktpersonen 1. Gerades“ stellt sich die Situation solange als unproblematisch dar, wie „Kontaktpersonen 1. Grades“ selbst nicht infektiös werden. Für diese Kontaktpersonen wird daher auch keine Quarantäne angeordnet. Das wäre laut Mitteilung des Kreises rechtlich auch schwierig, da es für solch einen Eingriff in persönliche Freiheitsrechte keine Rechtfertigung aus dem Infektionsschutz gibt. Vor diesem Hintergrund erklären sich auch Sachverhalte, bei denen beispielsweise der eine Teil einer Familie – nämlich „Kontaktpersonen 1. Grades“ – in Quarantäne geht und der andere als Kontaktpersonen von „Kontaktpersonen 1. Grades nicht. In diesen Fällen empfiehlt das Gesundheitsamt dringend, dass sich die unter Quarantäne stehenden Familienmitglieder absondern, um andernfalls nicht auszuschließende Ansteckungen zu vermeiden.

Und was ist mit Tests? Warum werden einige Personen getestet, andere nicht?

Viele Menschen zeigen angesichts der herbstbedingten Erkältungszeit typische Erkältungssymptome. Werden sie schlimmer, sollten die Betroffenen ihre Hausarztpraxis kontaktieren. Nicht immer veranlasst der Hausarzt einen Corona-Test – auch wenn die Symptome dafür sich vielfach ähneln.

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Ausschlaggebend für die Entscheidung der Hausärztin/des Hausarztes sind die Kriterien des RKI. Getestet werden beispielsweise Personen, die schwere, die Atemwege betreffende Symptome aufweisen, deren Geruchs- und Geschmackssinn gestört ist oder deren Zustand sich nach anhaltenden akuten Symptomen verschlechtert. Die einzelnen Kriterien findet man unter www.rki.de/covid-19-testkriterien. Zudem veranlasst das Kreisgesundheitsamt „von Amts wegen“ Tests, etwa zur Verfolgung von Infektionsketten in Schulen, Kindergärten, Pflegeeinrichtungen, bei einer „roten Warnapp“ oder wenn ein enger Familienangehöriger eines positiv Getesteten in der Pflege tätig ist.