Kreisverwaltung prüft Kürzungen bei Buslinien

Gestiegene Kosten

Reicht es, wenn die Buslinie 371 von der Innenstadt über Stockum zur S-Bahn in Dortmund-Oespel nur halbstündlich fährt und statt der Linie 375 zwischen Borbach und Wartenberg höchstens ein Anrufsammeltaxi verkehrt? Die Kreisverwaltung prüft, ob sich im Wittener Nahverkehr Geld sparen lässt.

WITTEN

von Von Beatrice Haddenhorst

, 11.09.2013, 19:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kreisverwaltung prüft Kürzungen bei Buslinien

Bogestrabus am ZOB. Foto: Bogestra

Auf die Frage, was er von solchen Abstrichen im Wittener Busverkehr halte, antwortete der städtische Verkehrsplaner Andreas Müller gestern kurz und knapp: „Nichts natürlich.“ Das sei nun aber nicht die offizielle Haltung der Stadt zu den Überlegungen aus dem Kreishaus. „Für den Verkehrsausschuss Ende Oktober wird eine Stellungnahme erarbeitet“, ergänzt Müller und spürt dabei „zwei Herzen in seiner Brust schlagen“. Als Verkehrsplaner wolle er einen guten Nahverkehr, wisse aber auch, dass der Kämmerer sich über eine geringere Kreisumlage freue.

Eine Vorlage für den Kreisausschuss für Kreisentwicklung, Wirtschaft und Verkehr lässt jedoch kaum darauf schließen, dass man in Schwelm eine geringere Kreisumlage im Sinn hat. Dort sieht man stetig steigende Kosten für den Nahverkehr auf sich zukommen, die nicht durch entsprechend steigende Fahrgastzahlen aufgefangen werden. Weniger Einwohner, weniger Schüler und mehr Senioren werden die Ansprüche an den ÖPNV in den nächsten Jahren verändern. Mit einer Mobilitätsbefragung will der Kreis die Wünsche der Bürger ergründen. Bis zum 1. Januar 2022 soll der Nahverkehr laut Gesetz zudem komplett behindertengerecht funktionieren. Notwendige Umbauten und Anpassungen werden teuer. Um herauszufinden, wo gekürzt werden kann, sind Fahrgastzählungen vorgesehen. Dafür will der Kreis 50.000 Euro ausgeben.

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