"Kriegsbeil" begraben

BOCHUM Der Streit zwischen der Jungen Union und der CDU über die Zusammensetzung des Kreisvorstandes ist nach Auffassung des Kreisvorsitzenden Klaus Franz ausgestanden.

von Von Thomas Aschwer

, 07.07.2008, 16:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Ich bin sehr angenehm überrascht, wie gut die Gespräche mit der Jungen Union gelaufen sind", berichtet Franz  im RN-Gespräch von Terminen mit dem JU-Kreisvorsitzenden Christopher Becker und dem Pressesprecher Christian Herker. Bei diesen von ihm erbetenen Gesprächen hat Franz deutlich gemacht, dass für einen internen Streit die Zeit zu schade sei. "Das muss nicht sein." Eine Botschaft, die offensichtlich bei der Nachwuchsorganisation angekommen ist. Nicht unzufrieden präsentiert der CDU-Kreisvorsitzende eine SMS von Christian Herker, in der er sich ausdrücklich bedankt und den Blick in die Zukunft richtet.

Wir schauen aber erst einmal noch zurück. Junge Union und Junge CDA hatten nach dem Kreisparteitag Anfang Juni in Presseerklärungen kritisiert, dass kein JU-Vertreter in den Kreisvorstand gewählt worden war - und auch der Kreisvorsitzende vor den Abstimmungen keine Werbung für die JU-Bewerber gemacht hatte. Aus Sicht von Klaus Franz hat die Junge Union selbst Fehler gemacht. Der entscheidende sei gewesen, dass sie drei Kandidaten ins Rennen geschickt habe. "Sie hätte sich auf eine Person konzentrieren müssen", arbeitet der Kreisvorsitzende die Situation auf. "Dann", so ist Franz überzeugt, "wäre er gewählt worden." Der alte und neue Kreisvorsitzende verweist darauf, dass die Junge Union ihre Stimmenzahl auf dem Parteitag nicht ausgeschöpft hat. So kam es, wie es kommen musste. Mit einer Stimme Vorsprung setzte sich Gaby Ankenbrand bei der Wahl zum(r) Schriftführer(in) gegen den JU-Bewerber durch.

Dass diese Ergebnisse im Nachklang des Parteitages zu den bekannten Reaktionen der JU und der jungen CDA führten, kam für Klaus Franz sehr überraschend. Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass es nicht eine Wortmeldung beim Tagesordnungspunkt "Aussprache" gab. Dabei hatte Franz hier durchaus Kritik an seiner Person erwartet. "Einige ärgern sich, dass ich aus beruflichen Gründen so wenig Zeit habe." Was bleibt nach diesem "Sturm im Wasserglas"?

In der Sache selbst gibt Klaus Franz der Jungen Union durchaus Recht. "Wir müssen die Partei verjüngen." Den von der JU gewählten Weg mit öffentlicher Kritik hält er aber weiter für falsch. Allerdings will er die Sache auch nicht überbewerten. "Ich bin seit 30 Jahren in der Partei. Und die JU hat immer ein wenig getrieben."

Sorge, dass die jungen Leute sich bei der nächsten Kommunalwahl etwas zurück halten, hat der Kreisvorsitzende gerade nach den beiden Gesprächen nicht. "Ich bin fest davon überzeugt, dass sie sich voll einsetzen." Dazu ermutigt werden sie bestimmt auch auf dem nächsten Parteitag im Herbst, zu dem sich übrigens auch der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, angesagt hat.