Kriminelle Banden im Bermuda-Dreieck unterwegs

Diebstähle nehmen zu

Taschendiebe haben sich offenbar eine neue Opfergruppe ausgeguckt: Menschen, die spät in der Nacht durch die Kneipen des Bermuda-Dreiecks streifen. Jetzt ergreifen die Wirte eigene Maßnahmen und führen mehr Kontrollen durch.

BOCHUM

, 01.04.2015 / Lesedauer: 3 min
Kriminelle Banden im Bermuda-Dreieck unterwegs

Dem Intershop im Bermudadreicek macht das neue Nichtraucherschutzgesetz schwer zu schaffen.

Dass die Betroffenen – um es vorsichtig auszudrücken – meist nicht mehr ganz nüchtern sind, beschert nicht nur ihnen selbst, sondern auch der ermittelnden Kriminalpolizei Probleme. Die Kneipe Intershop an der Viktoriastraße ist im Bermuda-Dreieck eine legendäre letzte Station für den „Zug um die Häuser“.

Auf einer Tafel über der Bar wird dort immer wieder vor Taschen- und Jackendieben gewarnt. „In diesem Jahr gab es allein in dieser Gaststätte bereits 17 angezeigte Diebstähle“, sagt Polizeisprecher Guido Meng. Eigentumsdelikte seien jedoch nicht nur in dieser Bar ein Problem: „Es betrifft viele Läden in der Innenstadt mit ausgedehnten Öffnungszeiten.“

Das Kriminalkommissariat gehe mittlerweile von Banden oder Einzeltätern aus, die sich auf stark alkoholisierte Kneipengänger spezialisiert haben. Die Ermittlungen gestalten sich in diesen Fällen schwierig, weil die Geschädigten „oft keine vernünftigen Angaben zu Täterbeschreibung oder Tatzeit machen können.“

Schwierige Ermittlungen

Meist bemerkten sie erst viele Stunden später, dass ihnen Portemonnaie, Smartphone oder sogar die ganze Jacke oder Taschen mit Laptops abhanden gekommen sind. Sie können dann nicht mehr genau sagen, in welcher Kneipe das passiert sein könnte.

Für die Polizei gestalten sich wegen der unklaren Tathergänge nicht nur die Ermittlungen kompliziert, es ist auch eine Herausforderung, auf die Situation zu reagieren: „In einer Gaststätte Streife zu laufen, ist schwierig“, sagt Guido Meng. Er weiß, dass einige Gastronomen schon Videoüberwachungs-Systeme installiert haben und würde dazu auch raten. Nur Bargeld mitnehmen

Nur Bargeld mitnehmen

Außerdem gibt er den Tipp, bei einem ausgedehnten Kneipengang einfach nichts mitzunehmen außer dem Geld, das man ausgeben möchte. „Aber ohne ihr Smartphone sind Menschen heute ja nicht mehr lebensfähig...“ Intershop-Betreiber Friedhelm Kerski sieht nur eine Möglichkeit: „Stärkere Einlasskontrollen und Türsteher“.

Nach drei Wochenenden mit diesen verschärften Sicherheitsmaßnahmen stellt er fest: „Die Diebstahlrate geht gegen null.“ Auch Kerski hat in seiner Bar Videokameras installiert und viele der Diebstähle so aufgezeichnet. Die Beweise stellt er den Geschädigten gerne zur Verfügung, doch bisher meistens ohne anschließenden Erfolg.

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