Kristo Sagor feiert Auszug aus der Neuen Heimat des Schauspielhauses Bochum mit Party

BOCHUM Was bleibt nach fünf Monaten "Wohnen unter Tage"? Ein gut siebenstündiges "Best of" reicht da Kristo Sagor in seiner Neuen Heimat im Schauspielhaus Bochum kaum aus, alle Highlights von Improvisation bis Karaoke zu würdigen.

von von Daniel Glade

, 02.03.2009, 16:06 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gab wie seine Kollegen alles bei der letzten Improvisation in der »Neuen Heimat«: Henning Hartmann.

Gab wie seine Kollegen alles bei der letzten Improvisation in der »Neuen Heimat«: Henning Hartmann.

Trotzdem wagte Kristo Sagor am Sonntag den Versuch. Mit einer großen Auszugsparty mit offener Tür und freiem Eintritt verabschiedete sich der ungewöhnliche Untermieter von seiner "Neuen Heimat".

Zu Beginn wurde bei einer "Improvisation Deluxe" das Wohnzimmer ein letztes Mal zum Spielzimmer. Ohne Drehbuch trafen vier Charaktere aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Die hysterisch-verklemmte Regine (Katja Uffelmann), der grenzdebile Matthias (Michael Lippold), der biedere Nils (Henning Hartmann) und die verruchte Angela (Jele Brückner), die früher mal ein Mann war. Anderthalb Stunden lang begeisterten die Darsteller mit spontanem Slapstick und absurder Komik das Publikum im vollbesetzten TuT.

Sprühsahne

Bei Cornflakes-Konfetti, Sprühsahne-Schlacht und Nutella-verschmierten Gesichtern mussten sich selbst die Schauspieler oft das Lachen verkneifen. Der stürmische Beifall nach dem Schlussgong war absolut verdient.

Nach kurzer - und nötiger - Aufräumpause erzählte Kristo Sagor seine persönliche "Bochumer Geschichte". Vor etwas gelichteten Reihen gab es "Wohnen unter Tage" im Schnelldurchlauf. Von der ersten Idee im Februar 2007, über die intensive Planungsphase bis hin zur ersten Premiere zwischen Bücherwand und Waschbecken im Oktober 2008. Mit Fotos und Anekdoten gewürzt, blickte der Autor und Regisseur zurück auf den Versuch, mitten in einer anonymen Großstadt einen Ort der Nestwärme zu schaffen; auf gern gesehene Gäste und intensive Erfahrungen in einem Raum, in dem die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem aufgebrochen wurden.

Anschließend zeigten "Kings Tonic", die eigentlich als Punk-Metal-Band ordentlich Krach machen, dass sie auch die leisen Töne beherrschen. In halber Besetzung, nur mit Gesang und Gitarre, sorgten sie mit gutem handgemachten Unplugged-Rock für beste Stimmung.

Karaoke

Zum Abschluss konnten dann die Zuschauer selbst zum Mikrofon greifen. Christoph Pütthoff präsentierte noch einmal seine "Karaoke-Nacht". Insgesamt ein wirklich gelungener Abschluss für ein wirklich gelungenes Projekt.