Kritik am umgebauten Bahnhof in Mengede

Student entdeckt Schwachstellen

Schön sei er geworden, versichert Karsten Hoch, doch leider auch äußerst unpraktisch, fügt der 38-jährige Student der Raumplanung an und meint den Mengeder Bahnhof. Wir haben uns mit Hoch dort umgesehen.

MENGEDE

von Von Nils Heimann

, 08.09.2011, 18:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Problem: seine Höhe. „Dadurch, dass das Dach so weit oben angebracht ist, kann der Wind ungehindert einfallen und bringt natürlich dann auch den Regen mit.“ Doch Hoch ist weit davon entfernt nur zu meckern, macht gleich Verbesserungsvorschläge: „An der Westerfilder U-Bahn Haltestelle gibt es zusätzliche Glaswände, hinter denen man sich schützen kann“, so der angehende Raumplaner. Außerdem seien dort große Hecken angepflanzt worden. „Das ist hier zur Gleisseite hin sicher auch machbar“, ist er überzeugt.Der Zugang zur Unterführung sei ebenfalls alles andere als gelungen. „Die Rampe für Rad- und Rollstuhlfahrer ist zwar mit sechs Prozent Neigung innerhalb der vorgegebenen Norm. Allerdings deutlich zu lang.“ Die Lösung: Ein Fahrstuhl. Der sei aber wahrscheinlich zu teuer und auch sehr anfällig für Vandalismus, weiß Hoch, der sich schon seit 15 Jahren intensiv mit dem Thema Nahverkehr auseinandersetzt, aus Erfahrung.

Bleiben die Treppenstufen, deren Trittflächen seiner Meinung nach deutlich zu klein ausgefallen sind. „Ganz ehrlich. Hätte ich an der Universität eine solche Treppenanlage als Übungsarbeit geplant, hätte ich richtig einen drüber bekommen.“ Denn nicht einmal die Faustformel, dass die Trittfläche mindesten so groß wie ein Fuß sein muss, sei erfüllt. „Vielleicht reicht es bei Schuhgröße 42 so gerade noch, aber ich habe Größe 46.“ Sagt es und setzt zum Beweis einen Fuß auf eine Stufe.

„Wenn das wahr ist, müssten sich die Fachleute noch einmal mit den Stufen auseinander setzen“, räumt Bezirksbürgermeister Bruno Wisbar ein. Allein glauben kann er es nicht. „Da gibt es Normen, die es einzuhalten gilt.“ Absolut nicht nachvollziehbar sind hingegen die anderen Kritikpunkt von Hoch für den Bezirksbürgermeister: „Die Rampe ist erst im zweiten Anlauf genehmigt worden, hat extra Podeste zum verschnaufen erhalten“, kennt Wisbar Details, „und so wie das Dach ist, so haben wir es gewollt. Durch die Höhe ist es enorm hell. Und sollte der Wind mal etwas stärker von der Seite kommen, kann man wohl auch mal einen Schritt nach hinten machen “

Schlagworte: