Kritik an der Stadt: "Planungswälzer" für Hohenbuschei kam viel zu spät

BRACKEL "Das ist eine Zumutung. Ich kann doch nicht über etwas entscheiden, was ich überhaupt nicht kenne", erregte sich CDU-Fraktionssprecher Christan Barrenbrügge in der Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Brackel. Was seinen Adrenalinspiegel in die Höhe trieb, war der dicke Wälzer vor ihm: die Bauleitplanung und die Begründung der Änderung des Flächennutzungsplanes für das Hohenbuschei-Gelände. Auf den 82 Hektar des Ex-Kasernengeländes sollen in den nächsten Jahren bis zu 1000 Wohneinheiten entstehen.

von Von Uwe Brodersen

, 06.06.2008, 14:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Stadt drückt in Sachen Hohenbuschei aufs Tempo. Die Bezirksvertreter fühlen sich „überfahren“.

Die Stadt drückt in Sachen Hohenbuschei aufs Tempo. Die Bezirksvertreter fühlen sich „überfahren“.

Die Verwaltungsvorlage - etwa 150 Seiten - sei den Bezirksvertretern viel zu spät, erst am Donnerstag vor der Sitzung des Vorortparlamentes, zugegangen. "Wie soll ich als ehrenamtlicher Politiker das alles in einer Woche durcharbeiten?"

CDU beklagt fehlende Informationen

Er habe viele Fragen, so Barrenbrügge weiter, auf die die Vorlage die Antworten schuldig bleibe. So fehlten etwa Informationen über Parkplätze und Reihenhäuser. Er sei nicht bereit, später vom Bürger für mögliche Fehler Prügel zu beziehen, wenn er für diese überhaupt nicht verantwortlich sei.

Zwar hatte auch die rot-grüne Mehrheit erhebliche Bauchschmerzen mit der spät eingegangenen Vorlage, argumentierte aber, dass auch danach noch Änderungen möglich seien. Folglich lehnte sie den Unionsantrag, den ganzen Punkt von der Tagesordnung zu nehmen, ab.

Stadt möchte eine schnelle Vermarktung

Die Verwaltung wolle das Areal des alten Flughafens wohl wesentlich schneller vermarkten, als sie es der BV bisher gesagt habe, vermutete Hartmut Monecke (SPD). Auf Anregung der Grünen merkte die BV an, dass in Sachen Wegekonzept auf Hohenbuschei noch nichts entschieden sei und erst das Gutachten der Biologischen Station Unna abgewartet werden müsse.

Mit den Stimmen von Rot-Grün empfahl die BV den Aufstellungsbeschluss, der dem Ratsausschuss für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen nächste Woche zur Entscheidung vorliegt. Die Union beteiligte sich nicht an der Abstimmung.

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