Kroatien-Zahlen steigen rasant: Infektionen im Ausland auf Rekordniveau

Coronavirus

Der Anteil Deutscher, die sich im Ausland mit Corona infiziert haben, ist stark gestiegen: Die Zahlen in Kroatien sind bedenklich. Aber auch weitere Urlaubsländer werden häufig genannt.

25.08.2020, 20:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine neue Liste des RKI zeigt, aus welchen Ländern die in Deutschland gemeldeten Corona-Neuinfektionen stammen.

Eine neue Liste des RKI zeigt, aus welchen Ländern die in Deutschland gemeldeten Corona-Neuinfektionen stammen. © picture alliance/dpa

Mehr als 40 Prozent der zuletzt in Deutschland positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen haben sich wahrscheinlich im Ausland angesteckt. Das geht aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) von Dienstagabend hervor. Von den bekannten Corona-Neuinfektionen in Meldewoche 34, bei denen es eine Angabe zum wahrscheinlichen Infektionsland gab, lag der Anteil der Ansteckungen im Ausland bei 42 Prozent.

Zum Vergleich: In der Meldewoche 33 hatten sich 39 Prozent wahrscheinlich im Ausland infiziert, in der Meldewoche 32 waren es 34 Prozent. Am häufigsten wurden – auf vier Wochen betrachtet – der Kosovo (2528), Kroatien (1797), die Türkei (1590), Bosnien und Herzegowina (528) sowie Bulgarien (492) als wahrscheinliche Infektionsländer genannt.

Viele Infektionen in Kroatien

Während in den beiden Wochen zuvor jedoch das am häufigsten genannte Infektionsland (abgesehen von Deutschland) der Kosovo war, ist dies in der Meldewoche 34 Kroatien mit 940 Infektionen gewesen, gefolgt vom Kosovo (811) und der Türkei (426).

Dabei sei – betrachte man die unterschiedlichen Altersgruppen – auffällig, dass es sich bei den Fällen mit Angabe Kosovo und Türkei eher um Kinder und Menschen mittleren Alters handle. Das weise auf “Reisen im Familienbund” hin, so das RKI. Hingegen sind bei den Fällen mit wahrscheinlichem Infektionsland Spanien, Kroatien und Bulgarien eher Personen zwischen 20 und 29 Jahren betroffen, was wiederum eher auf Vergnügungstourismus hindeutet.”

Aussagekraft der Zahlen ist begrenzt

Allerdings ist die Aussagekraft dieser Zahlen begrenzt. Es ist anzunehmen, dass Rückkehrer im Schnitt viel häufiger getestet werden als der Rest der Bevölkerung. Der Kosovo, die Türkei und Bosnien und Herzegowina sind als Risikogebiete gelistet, für sie gilt zunächst eine Testpflicht für Reiserückkehrer. In Kroatien und Bulgarien sind jeweils nur Teile des Landes Risikogebiete. Wie groß der Anteil der Rückkehrer an den tatsächlich, womöglich unbemerkt Infizierten in Deutschland ist, ist unklar.

Insgesamt gibt es seit Beginn der Corona-Krise derzeit 234.853 bekannte Corona-Infektionen in Deutschland – von einem Drittel davon gibt es allerdings keine Angaben zum mutmaßlichen Infektionsland. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9277. Bis Dienstagmorgen hatten etwa 209.300 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

RND/dpa/asu

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