Krümmede: Justizministerium weist Vorwürfe zurück

BOCHUM Im Justizministerium in Düsseldorf versteht man die Aufregung nicht. Die Entscheidung um den Neubau einer Anstalt für Sexual- und Gewaltstraftäter in der Krümmede sei nicht ohne Gespräche mit der Stadt gefällt worden.

von Von Benedikt Reichel

, 22.01.2009, 17:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ulrich Hermanski, Sprecher des NRW-Justizministeriums.

Ulrich Hermanski, Sprecher des NRW-Justizministeriums.

Unterdessen ist man auch in Gelsenkirchen wenig erfreut über die Entscheidung aus Düsseldorf. „Ich habe mir vor eineinhalb Jahren eine Eigentumswohnung in Gelsenkirchen gekauft, damit ich nicht so weit zur Arbeit fahren muss“, sagt Michael Gadzalla, der gebürtig aus Bochum stammt und in der Sexualtherapeutischen Anstalt Gelsenkirchen arbeitet. „Jetzt darf ich 15 000 Kilometer im Jahr mehr fahren.“ Und er berichtet von Kollegen, denen es nicht anders geht.

Zudem scheint auch die Argumentation des Justizministeriums für den Standort Bochum zu bröckeln:

  • Gemeinsame Nutzung der Sportanlagen – Fehlanzeige. Die Klientel ist zu unterschiedlich.
  • Gemeinsame Nutzung der Küche – nicht machbar. „Unsere neue Küche ist für 800 Leute ausgelegt“, sagt Rolf Lensing, Anwohnersprecher. „Diese Kapazitäten werden für die JVA gebraucht.“
  • Kostenneutralität – nur auf den ersten Blick. „Vergessen wird, dass beispielsweise die Mieteinnahmen aus den 68 Wohnungen in der Krümmede wegfallen“, so Klaus Jäkel, Landesvorsitzender der Strafvollzugsbediensteten. 

Am Samstag wollen die Anwohner beim Neujahrsempfang in Düsseldorf ihren Unmut äußern.