Künstler Albert Mayr zähmt Regentropfen

Kunstpreis Museum Ostwall

Es tropft, klackt und rauscht im Schaufenster des Museums Ostwall in der vierten Etage des Dortmunder U-Turms. Der Wiener Künstler Albert Mayr präsentiert dort seine Arbeiten, für die er am Freitagabend (18.11.) den mit 10000 Euro dotierten Kunstpreis der Freunde des Museums Ostwall bekommt. Mit dem Preis verbunden ist die kleine Ausstellung und der Ankauf von zwei der drei "Tropfenstudien" des Künstlers.

DORTMUND

, 17.11.2016, 15:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Künstler Albert Mayr zähmt Regentropfen

Eine der drei „Tropfenstudien“ von Albert Mayr aus dem Jahr 2015. Zwei der Installationen kauft der Freundeskreis des Museums für die Sammlung „Mein Klangobjekt“.

Mayr ist vieles: Klangkünstler, Lichtkünstler, Videokünstler, Konzeptkünstler. Studiert hat er erst Grafik-Design, dann Neue Medien beim österreichischen Multimediakünstler Peter Kogler in Wien.

Alltagsgegenstände verwendet Mayr in seinen Arbeiten: Bei den "Tropfenstudien" sind das Plastikflaschen, Joghurtbecher und Bleche. Aus einer Kanne fließt Wasser durch Infusionsschläuche, tropft dann auf die Gegenstände und schließlich in ein Gefäß. Das müssen die Museumsmitarbeiter regelmäßig umfüllen.

Internationale Dada-Messe

"Gezähmte Regentropfen" nennt Mayr seine Klanginstallation, in der er - wie John Cage - Alltagsgeräusche und den Zufall integriert hat. Die Tropfgeschwindigkeit kann der Künstler variieren. Wie Nieselregen hört sich das an oder wie Trommelrhythmen.

Als Besucher muss man in der Ausstellung sehr die Ohren spitzen, weil Mayr die "Tropfenstudien" mit anderen Arbeiten in eine Klangkulisse eingebettet hat. "Ich wollte, dass es am Ende wie ein Dschungel ist", sagt der Künstler.

Trommeln mit Spinnenfüßen

"Arachno-Trommeln" hat er auf spinnenähnliche Füße gestellt; Videoleinwände ersetzen die Trommelfelle. Ein weiteres Video zeigt auf einer Collagen-Wand mit Schlagzeug-Becken, wie ein Wasserstrahl Musik macht. Die Collage ist genauso originell wie Mayrs Brötchen-Kopfhörer: Warum sie "DrumRoll" ("Schlagzeug-Brötchen) heißt, erkennt man, wenn man genau hinsieht.

Albert Mayr ist nach Geoffrey Hendricks und Ben Patterson der dritte internationale Kunstpreisträger des Freundeskreises. Eine Jury hat den Österreicher aus elf Künstlern ausgewählt. Initiiert hat den "MO Kunstpreis" der ehemalige Dortmunder Stadtdirektor Klaus Fehlemann. Und der setzt sich auch dafür ein, dass 2020 die zweite Internationale Dada-Messe in Dortmund stattfinden soll. Die erste Messe war 1920 in Berlin.

Festakt mit Schlagwerk-Performance

Nach dem Festakt mit Preisverleihung am Freitag (18.11.) um 18 Uhr im RWE-Forum im U-Turm beginnt um 19.15 Uhr das Schlagwerk-Konzert "In-a-Gadda-Da-Vida" vor dem Dortmunder U. Ab 19.30 Uhr kann die Ausstellung besichtigt werden. Auf Mayrs Internetseite sieht man viele weitere Fluxus-Arbeiten und spannende Videos.

Museum Ostwall im Dortmunder U: "Albert Mayr - Kunstpreis MO", bis 12.3. (Eröffnung heute um 18 Uhr), Leonie-Reygers-Terrasse, Di/ Mi/Sa/So 11-18 Uhr, Do/Fr 11-20 Uhr.

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