Künstler tanzen in goldenen Anzügen im Jobcenter

Unangekündigte Aktion im Video

Das Dortmunder Jobcenter an der Steinstraße ist nicht gerade als Partyzone bekannt. Doch das änderte sich ganz plötzlich am Donnerstagvormittag: Auf einmal tanzten goldene Menschen durch die Eingangshalle und trugen ein Riesen-Herz durch den Raum. Die bunte Aktion hat eine ernste Botschaft.

DORTMUND

, 28.04.2016, 15:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Künstler tanzen in goldenen Anzügen im Jobcenter

Das Peng-Kollektiv vor dem Jobcenter.

Die Künstlergruppe Peng-Kollektiv ist am Donnerstagmorgen unangekündigt im Jobcenter an der Steinstraße aufgetaucht. Im Namen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales entschuldigten sie sich für die Benachteiligungen der Agenda 2010, verteilten Luftballons und tanzten in goldenen Anzügen zur deutschen Nationalhymne.

Die fürs Jobcenter überraschende Aktion steht im Zusammenhang mit der Aktion „Deutschland sagt sorry“. Die gleichnamige Internetseite hat das Peng-Kollektiv zusammen mit dem Schauspiel Dortmund am Mittwoch online gestellt. Dort sammelt die Berliner Kunst- und Politgruppe Geschichten von Menschen, die davon erzählen, inwiefern sie unter den politischen Entscheidungen der Agenda 2010 zu leiden haben.

In einem als offiziell getarnten Video erklären sie die Aktion: Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wolle sich bei allen Benachteiligten entschuldigen. Ein handsigniertes Entschuldigungsschreiben des Bundespräsidenten Joachim Gauck stellt die Website den Benachteiligten in Aussicht.

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Im Jobcenter am Donnerstag sprach zuerst die Schauspielerin Friederike Tiefenbacher als Sprecherin des Bundesministeriums auf dem Vorplatz zu den Jobcenterbesuchern und in die Kameras der vorher informierten Journalisten. Kurz darauf erklang im Foyer des Jobcenter ruhige Musik, und zwölf in goldene Anzüge gekleidete Menschen tanzten eine Choreografie um ein großes rotes Herz.

Im Video zeigen wir die Aktion und ein Sprecher des Peng-Kollektivs erläutert Sinn und Zweck der Sache. Das Berliner Peng-Kollektiv kooperiert seit Herbst 2015 mit dem Dortmunder Schauspiel und gründete hier „Die Populistinnen“, eine „Agentur für Zivilgesellschaft“. Die Sorry-Aktion ist aus dieser Kooperation hervorgegangen.

Das Video:

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