Kultur-Sause auf der "Solaaris"

Aasee-Performance

MÜNSTER Überbordend mit gut gelauntem Publikum und Live-Acts aus Münsters Musik- und Kleinkunstszene legte das Schiff „Solaaris“ am Freitag um sieben Uhr abends vom Bootsanleger am Aasee ab. Nur einer fehlte: Star-Gast Knacki Deuser von Nightwash hatte es nicht pünktlich geschafft. Er stand im Stau.

14.07.2013, 17:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Star-Gast Knacki Deuser (l.) stand im Stau und war erst zur zweiten Fahrt da. Nonsens-Kapitän Andy Strauß hielt das Publikum auch ohne ihn bei Laune.

Star-Gast Knacki Deuser (l.) stand im Stau und war erst zur zweiten Fahrt da. Nonsens-Kapitän Andy Strauß hielt das Publikum auch ohne ihn bei Laune.

Der Stimmung an Bord bei der ersten Tour tat die Abwesenheit des prominenten Gastes aber auch keinen Abbruch. Neben Andy Strauß als Wortkunst-Piloten in Strumpfhosen, Uniformjacke und „Münster-morbid“-Shirt hatte Schmidt reihenweise Musiker im Frachtraum dabei. Und nicht nur dort. Auf dem Schwanen-Tretboot strampelte die dreiköpfige Formation Walking Blues Prophets mit Akkordeon, Trommel und Gitarre an Steuerbord auf Höhe der Zuschauer und gab ein paar musikalische Nummern zum Besten. Zuvor hatte der Sänger und Songwriter Fabian Kick mit seinem Gitarristen Nils Müller mit ausdrucksstarken Stücken überzeugt. Bis zum Zoo-Anleger und zurück führte die Tour und wartete neben den kulturellen auch mit kulinarischen Häppchen auf. Zu Songs von Morina Miconnet wurde bei einem Landgang schmackhaftes Sushi gereicht. Zurück ging es aufs Schiff. Anna Oestreich bot vom Ufer aus eindrucksvolle Tanzakrobatik mit Tüchern als Accessoires. „An dieser Stelle weise ich noch darauf hin, dass unsere Scheiben durchsichtig sind“, sagte Andy Strauß und half den Zuschauern sinnfrei auf die Sprünge. Schamlos albern führte er mit improvisierten Nonsens-Moderationen durch das Programm und las auch zwei eigene Geschichten.

Gastgeber Philipp Schmidt setzte an der Gitarre mit vertonter Poesie von Edward Estlin Cummings Akzente. Die Band December Peals verzauberte mit Songs ihres aktuellen Albums „Come Hell Or High Water“. Zwischendrin kredenzte Strauß dem Publikum einzelne Malerei-Leckerbissen und verwies auf die dazugehörige Ausstellung auf dem Festland. Die Kunstwerke von Margarete Laue und Nina Eckes sowie Fotografien zum Thema „Zirkus“ aus dem Makemake-Magazin waren im Anschluss noch im Café Gasolin zu bewundern.