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Kulturdezernent geht auf die freie Szene zu

Nach Protest-Aktion

„Niemand wird von uns in die Insolvenz getrieben“ - das sagt Kulturdezernent Michael Townsend zur Debatte um Einsparungen in der Förderung der freien Kulturszene. Einige Argumente der Szene-Vertreter kann er nachvollziehen. Trotzdem betont Townsend, dass niemand sich "existenzielle Sorgen" machen müsse.

BOCHUM

, 21.10.2014
Kulturdezernent geht auf die freie Szene zu

Vor dem Rathaus demonstrierten verschiedene Vertreter der Freien Kulturszene gegen die Sparmaßnahmen. Jetzt hat sich auch Kulturdezernent Michael Townsend zum Thema geäußert.

„Es macht in der Tat keinen Sinn, an dieser Stelle die vergleichsweise kleine Summe von 175.000 Euro einzusparen, wenn damit ein Flächenschaden entsteht“, räumte Michael Townsend ein. Das war nämlich die eigentliche Ansage der Verwaltung gewesen. Die Sitzung des Verwaltungsvorstandes am Dienstag habe deshalb auch kein konkretes Ergebnis gebracht, sondern vor allem das formulierte Vorhaben: „Wir kümmern uns drum.“

Der Bahnhof Langendreer versucht, finanzielle Engpässe derzeit bereits mit Kurzarbeit aufzufangen – was der Kulturdezernent für eine kreative Lösung hält. Eine Aufstockung der Förderung von freien Kulturinstitutionen wie Bahnhof Langendreer oder Rottstr5-Theater hält er derzeit allerdings für ausgeschlossen. „Aber wenn es um existenzielle Sorgen geht, dann setzen wir uns zusammen und suchen eine Lösung. Das hätten wir zum Ende des Jahres sowieso getan.“

Dass in der derzeitigen Haushaltssperre eine zweite Sparrunde von zehn Prozent bevor stünde, sei ein Missverständnis, erklärte Michael Townsend: „Das ist definitiv nie in der Diskussion gewesen.“ Eine Etatkürzung, die alle kommunalen Institutionen betreffe, sei rechtlich jedoch unumgänglich gewesen.

Die Aktivisten aus der freien Szene hatten am Montag unter anderem einen roten Pfeil am Rathaus angebracht, der auf das verschlossene Fenster des Kulturdezernenten zeigte. Damit unterstrichen sie den Eindruck, das der Politiker in letzter Zeit vor allem durch Abwesenheit glänzte. „Es stimmt, dass ich bei kulturellen Präsentationen nicht so oft zugegen bin“, sagte Michael Townsend, „aber wer mit mir reden will, kriegt auch kurzfristig einen Termin.“

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