Kulturloge ermöglicht Theaterbesuche für jedermann

Überschüssige Karten

Teilhabe an kulturellen Veranstaltungen, auch wenn das Geld nicht für eine Eintrittskarte reicht. Und das als geschätzter Gast und nicht als Bittsteller, der seine Berechtigung an der Kasse nachweisen muss. Das ist das Prinzip der Kulturloge, die nun auch in Witten Partner gefunden hat – und Gäste sucht.

WITTEN

von Von Irene Steiner

, 06.10.2011, 15:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Kulturloge ist seit Oktober 2011 auch in Witten aktiv - und das Angebot kommt gut an. Die Kooperationspartner freut's.

Die Kulturloge ist seit Oktober 2011 auch in Witten aktiv - und das Angebot kommt gut an. Die Kooperationspartner freut's.

Wer sich für die Kulturloge anmelden will, kann das über eine Karte tun, die z. B. bei der Tafel, bei der Quabed oder auch in der VHS ausliegt. Darin werden die kulturellen Interessen abgefragt. Die zwölf Mitarbeiter der Kulturloge Ruhr arbeiten ehrenamtlich, die Telefonkosten, Kosten für Büro und Info-Material übernehmen das Lions-Netzwerk, das RWE und die Mercator-Stiftung. 

Das Prinzip ist einfach. Menschen, die Transferleistungen wie Alg II, Bafög, Wohngeld oder Grundsicherung beziehen, sind berechtigt. Und darüber hinaus auch die, die unter der von der OECD definierten Armutsgrenze von 930 Euro im Monat für einen Alleinstehenden liegen. Sie können sich bei der Kulturloge anmelden und bekommen dann einen Anruf, wenn für eine potenziell interessante Veranstaltung ein Kontingent Freikarten für die Kulturlogen-Gäste bereitgestellt wird.

Ein Konzept, das gut ankommt, bei Veranstaltern und ihren (potenziellen) Gästen, wie man an der Urzelle der Kulturloge Ruhr in Essen sieht. „Wir haben 27 kooperierende Partner und 600 Gäste“, sagte Antonia Illich. Eine stolze Bilanz nach knapp einjähriger Tätigkeit. Denn das Angebot der Kulturloge deckt einen großen Bedarf: „Die Menschen, die wir ansprechen, saugen das auf wie ein Schwamm“, hat auch Christiane Finner schon festgestellt, die das Kulturloge-Angebot im Sommer in der WerkStadt antestete. Unter anderem mit Anneliese Frauendorf als Gast. Die kunstinteressierte Rentnerin ist ein sprechendes Beispiel für die Notwendigkeit der Einrichtung.

Im Krieg aufgewachsen, immer gearbeitet bis auf die üblichen familienbedingten Auszeiten. Und nun Witwe mit einer kleinen Rente: „Eine Karte für 30 Euro könnte ich mir nie leisten, da gibt es andere Dinge, die lebenswichtiger sind.“ Sie freut sich auf die schönen Abende, die die Kulturloge ihr ermöglichen wird: „Zum Leben gehört ja nicht nur Geld. Dazu gehört auch Freude.“ Und die Freude an kulturellen Veranstaltungen will die Kulturloge denen ermöglichen, denen das Geld für den Eintritt fehlt.

Wer sich für die Kulturloge anmelden will, kann das über eine Karte tun, die z. B. bei der Tafel, bei der Quabed oder auch in der VHS ausliegt. Darin werden die kulturellen Interessen abgefragt. Die zwölf Mitarbeiter der Kulturloge Ruhr arbeiten ehrenamtlich, die Telefonkosten, Kosten für Büro und Info-Material übernehmen das Lions-Netzwerk, das RWE und die Mercator-Stiftung.