Kulturort Alte Molkerei wagt den Neustart

rnNeustart

Die Durststrecke war lang: Seit dem 1. März ging im Freien Kulturort Alte Molkerei nichts mehr. Kein Konzert, kein Theater, kein Kabarett. Doch jetzt hofft das ehrenamtlich arbeitende Team der „Molke“ auf den Neustart.

von Patrick Moebs

Bocholt

, 17.08.2020, 17:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ab dem 2. Oktober soll es im Freien Kulturort Alke Molkerei wieder Programm geben – mit einem eigens dafür entwickelten Hygienekonzept, wie der Geschäftsführer Theo Biermann sagt

Das beginnt damit, dass der Eingang nicht mehr gleichzeitig der Ausgang ist. „Unsere Gäste verlassen die Molkerei über den Notausgang“, so Biermann. Karten gibt es nur im Vorverkauf, alle Veranstaltungen sind ohne Stehplätze. Biermann: „Wir haben jetzt statt 150 maximal 60 Sitzplätze.“ Es gibt zwar weiter eine freie Platzwahl, aber da auch das Abstandsgebot beachtet werden muss, bleiben Reihen und Plätze frei.

Serviert wird am Tisch

Der Thekenbetrieb – gerade bei Rockkonzerten gingen da schon mal zahlreiche Flaschen Bier über den Tresen – fällt weg. „Wir servieren am Tisch“, erklärt der Geschäftsführer. Die Bezahlung läuft nur noch über die Molkerei-Chips, die an einer zentralen Stelle gekauft werden können und „ewig“ gültig sind, wie Biermann sagt: „Es kommen immer mal Leute, die sagen, sie hätten beim Aufräumen noch fünf Chips gefunden. Die lösen wir natürlich ein.“ Kartenzahlung ist ab fünf Euro möglich, auf Bargeld soll so weit wie möglich verzichtet werden.

Jetzt lesen

Eine Garderobe im Vorraum, wo Jacken und Mäntel abgegeben werden können, gibt es weiterhin. Allerdings erfolgt die Rückgabe nach der Veranstaltung tischweise. Geplant sind etwa alle 45 Minuten Pausen im Programm. „Dann können wir einmal komplett durchlüften“, sagt Biermann. Ergänzt wird das Hygienekonzept durch häufigere Reinigungsintervalle, zusätzliche Spülbecken und Regale in der Theke sowie Desinfektionsspender an diversen Stellen. Maskenpflicht, bis die Besucher am Platz sitzen, und die Erfassung der Daten sind ja inzwischen schon Standard.

Mehr Mitarbeiter

Um das Konzept umzusetzen, werden mehr Mitarbeiter als sonst benötigt. Normalerweise sind es inklusive Licht- und Tontechniker acht Mitarbeiter, künftig sind bis zu zwölf erforderlich. „Glücklicherweise haben wir genug ehrenamtliche Mitarbeiter“, sagt Biermann.

Die waren und sind wie sonst in der Sommerpause auch in der Corona-Krise gefragt. „Wir bringen natürlich alles wieder auf Vordermann“, sagt Biermann. Er freut sich besonders, dass in der schweren Zeit keine Sponsoren abgesprungen sind. „Dafür bedanken wir uns.“

Sieben Veranstaltungen

Das Programm, mit dem die Molkerei startet, ist deutlich kleiner als sonst. „Früher hatten wir 40 bis 45 Veranstaltungen im Halbjahr, jetzt sind es 7“, sagt Markus Salomo, bei der Molkerei für den Bereich Rock/Pop zuständig. Er hofft, dass auch das Publikum die neuen Angebote annimmt. „Derzeit ist die Zurückhaltung groß, besonders was Veranstaltungen in Räumen angeht“, meint Salomo.

Kultur gehöre zum Leben, besonders Livekultur, findet Biermann. Er freut sich auf den Neustart, auch für die Künstler. „Die haben es ja noch viel schwerer als wir als Kulturort“, sagt er.

Lesen Sie jetzt