Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Kundschaft läuft am Geschäft vorbei

Weihnachtsmarkt Ruhr Park

In der überdachten Einkaufsstraße hört man nur leises Gemurmel und das hastige Klappern von Absätzen. Nirgendwo ein „O du fröhliche“ oder gedämpfte Weihnachtsklänge. Der Vorlauf der heiligen Nacht scheint im Ruhr Park auch gleich die Stille Nacht mitzuliefern. Das ärgert vor allem die Standbetreiber des Weihnachtsmarkts, denn mit der Stimmung blieben bei ihnen auch die Kunden aus.

BOCHUM

von Von Ines Eckermann

, 21.12.2011 / Lesedauer: 2 min
Kundschaft läuft am Geschäft vorbei

Karl-Heinz Heim ärgert sich über die mauen Umsätze an seinem Stand. Er befürchtet ein Defizit.

Das sei völlig aus der Luft gegriffen, sagte Veranstalter des Weihnachtsmarktes Joachim Gerlach. Schließlich habe das Management des Ruhr Parks 120.000 Euro allein für Werbung und Weihnachtsstimmung ausgegeben – und auch einen Weihnachtsmann habe es gegeben. Mit dem durften sich die kleinen Besucher fotografieren lassen, sagte Gerlach. „Viele der Händler wollen sogar nach Weihnachten in die Verlängerung gehen.“ Heim, der klassische Weihnachtsartikel wie Porzellan-Engelchen und weihnachtlich bedruckte Teetassen verkauft, gehört nicht dazu.

Er ärgert sich über die hohen Standgebühren. In der Innenstadt sei ein Stand günstiger zu haben. Bei diesen Preisen und dem schlechten Umsatz werde er draufzahlen: „Ich stehe hier für dumme Nüsse.“ Das sieht Gerlach anders: „In der Bochumer Innenstadt zahlt mal locker das dreifache.“ Doch auch die Position der Büdchen im Mittelgang sei ungeschickt gewählt, kritisierte Heim weiter: „Letzten Samstag war es hier gerappelt voll, und trotzdem sind alle einfach vorbei gerannt.“ Gerlach argumentierte mit den Auflagen der Feuerwehr gegen den Vorwurf.

So oder so – an manchen Ständen spülte die Besucherflut im Ruhr Park kaum Gewinne in die Kassen. Der Süßwarenstand neben Heim hat es aufgegeben, schon in der Frühe die Blende aufzuschlagen. Erst ab Nachmittag gibt es hier etwas zu naschen. Das mache keinen guten Eindruck, bemängelte Gerlach. Die Schneiderin Anke Fischer sieht die angespannte Lage gelassen. „Für mich ist es eine schöne Abwechslung.“ Normalerweise sitze sie im Keller, um die Kirschkernkissen zu nähen, die sie hier verkauft. „Da redet auch keiner mit mir.“