Kunst am Ei

Oberschlesisches Landesmuseum

Das Ei. Gern gesehen in der Küche, viel beachtet in der Kunst, der Star zum Osterfest. Das Oberschlesische Landesmuseum zeigt bis zum 5. Mai in seiner Ausstellung „Ei-Faszination. Ostereier und Osterbräuche“, wie kunstvoll die Oberschlesier ihre Ostereier verzieren – und wieso das Ei für viele Künstler so faszinierend ist.

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, 16.04.2014, 14:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kunst am Ei

Wahre Kunstwerke: Die Ausstellung zeigt üppig verziert Ostereier.

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Kunstvolle Ostereier

Hauchdünne, gebogene Linien und Muster ziehen sich über das zerbrechliche Material: Das Obersclesische Landesmuseum zeigt in einer Ausstellung kunstvoll verzierte Ostereier. In unserer Fotostrecke wird deutlich, dass man für die filigrane Handarbeit ruhige Nerven haben muss.
21.04.2014
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Eine Sammlung besonders schöner Exemplare.© Foto: Carsten Christian
Die Ausstellung stellt das Ei in den Mittelpunkt.© Foto: Carsten Christian
Nicht nur kleine Hühnereier...© Foto: Carsten Christian
... sondern auch bunt verzierte Straußeneier sind zu sehen.© Foto: Carsten Christian
Alles Handarbeit.© Foto: Carsten Christian
Zu Ostern gehören Eier und Hasen.© Foto: Carsten Christian
Ein besonders schönes Osternest.© Foto: Carsten Christian
Das ei wird gefärbt, die feinen Linien anschließend eingeritzt.© Foto: Carsten Christian
Bei einer anderen Methode werden Ornamente aus Grasfasern auf das Ei geklebt.© Foto: Carsten Christian
Alles dreht sich ums Ei.© Foto: Carsten Christian
Oft stehen auch kleine Botschaften auf den Eiern.© Foto: Carsten Christian
ein besonderes Exemplar - und besonders zerbrechlich.© Foto: Carsten Christian
Eier in allen Farben gibt es zu sehen.© Foto: Carsten Christian
Die kleinen Kunstwerke...© Foto: Carsten Christian
...sind alle mit der Hand verziert.© Foto: Carsten Christian
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Zum fünften Mal gibt das Museum einen Einblick in die oberschlesische Kunst des Ostereier-Verzierens. In allen Farben und Größen, vom kleinen Zwerghuhnei bis zum riesigen Straußenei, gibt es die üppig dekorierten Kunstwerke zu sehen. Manche bemalen die Eier bunt oder bekleben sie. „Meistens wird das Ei aber gefärbt und die Muster anschließend eingeritzt“, erklärt Dr. Susanne Peters-Schildgen, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Organisatorin der Ausstellung. Selbst Profis bräuchten dafür mehrere Stunden. „Außerdem eine ruhige Hand.“ Und wahrscheinlich gute Nerven, denkt man an die Zerbrechlichkeit des Materials.

Bei einem Stück wird das besonders deutlich: Mit einer Fräse wurde stellenweise die Schale abgetragen, es ergibt sich ein Muster aus hauchdünnen Stäbchen.

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Kunstvolle Ostereier

Hauchdünne, gebogene Linien und Muster ziehen sich über das zerbrechliche Material: Das Obersclesische Landesmuseum zeigt in einer Ausstellung kunstvoll verzierte Ostereier. In unserer Fotostrecke wird deutlich, dass man für die filigrane Handarbeit ruhige Nerven haben muss.
21.04.2014
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Eine Sammlung besonders schöner Exemplare.© Foto: Carsten Christian
Die Ausstellung stellt das Ei in den Mittelpunkt.© Foto: Carsten Christian
Nicht nur kleine Hühnereier...© Foto: Carsten Christian
... sondern auch bunt verzierte Straußeneier sind zu sehen.© Foto: Carsten Christian
Alles Handarbeit.© Foto: Carsten Christian
Zu Ostern gehören Eier und Hasen.© Foto: Carsten Christian
Ein besonders schönes Osternest.© Foto: Carsten Christian
Das ei wird gefärbt, die feinen Linien anschließend eingeritzt.© Foto: Carsten Christian
Bei einer anderen Methode werden Ornamente aus Grasfasern auf das Ei geklebt.© Foto: Carsten Christian
Alles dreht sich ums Ei.© Foto: Carsten Christian
Oft stehen auch kleine Botschaften auf den Eiern.© Foto: Carsten Christian
ein besonderes Exemplar - und besonders zerbrechlich.© Foto: Carsten Christian
Eier in allen Farben gibt es zu sehen.© Foto: Carsten Christian
Die kleinen Kunstwerke...© Foto: Carsten Christian
...sind alle mit der Hand verziert.© Foto: Carsten Christian
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„Da sind wir schon ins Schwitzen gekommen. Es darf ja nichts kaputt gehen“, erinnert sich Peters-Schildgen. Wer sich an die alte Tradition erinnern und Ideen zum Osterfest holen möchte, sei in der Ausstellung genau richtig.

Neben der Kunst am Ei geht es auch um das Ei in der Kunst. Denn die ikonische Form findet sich in zahlreichen Gemälden unterschiedlichster Künstler und Epochen wieder, wie an vielen Beispielen verdeutlicht wird. Schon in der griechischen Mythologie zeigt sich seine Bedeutung. In einem Relief steht der Gott Phanes im sogenannten Weltenei. Peters-Schildgen kennt die Bedeutung: „Als Symbol des Ursprungs ist allumfassend und das Zentrum des Seins.“ Diese Symbolik finde sich in vielen Schöpfungsmythen wieder.

„Irgendwie entspringt ja auch alles Leben dem Ei.“ Es sei in der Kunst oft ein Symbol für Fruchtbarkeit und Schöpfung. Der spanische Surrealist Salvador Dalí zeigt sich in einer Fotomontage sogar selbst als nackter Embryo im Ei.In Gemälden mit religiöser Thematik findet das Ei ebenfalls seinen Platz. In der Madonnen-Abbildung „Pala Montelfeltro“ des italienischen Künstlers Piero della Francesca schwebt ein Ei über Maria. „Viele interpretieren es als Zeichen der unbefleckten Empfängnis“, erläutert die Museumsangestellte.

Ganz anders benutzte der niederländische Maler Hieronymus Bosch die Ei-Symbolik. In „Das letzte Gericht“ entspringt dem Ei eine Art Dämon, in einem anderen Werk erinnert ein aufgebrochenes Ei an die weiblichen Fortpflanzungsorgane. Für Susanne Peters-Schildgen ein klares Zeichen: „Bosch macht aus dem Göttlichen etwas Menschliches. Das Ei steht bei ihm für Lust und Laster.“ Das Ei gehört nicht zu den geometrischen Grundformen und ist dennoch perfekt. Seine gebogene Form verteilt den Außendruck optimal, das Ei wird dadurch stabiler. Dieser praktische Nutzen kombiniert mit der Symbolik, da ist sich Peters-Schildgen sicher, ist der Grund dafür, dass der Mensch das Ei so oft in den Mittelpunkt rückt.   

Oberschlesisches Landesmuseum Ratingen: „Ei-Faszination. Ostereier und Osterbräuche, bis 4.5., Bahnhofstr. 71, Di-So 11-17 Uhr, Karfreitag und Karsamstag geschlossen, Ostersonntag und -montag geöffnet.

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