Kunst mit Bananenschalen und Alaunsulfat

Kunsthalle Recklinghausen

Abstrakte Malerei und Fotografien, riesige Skulpturen, ein kleiner Haufen Steine und eine Bananenschale im Pappbecher nebst Einkaufsbeutel - die Ausstellung "new talents" in der Kunsthalle Recklinghausen besticht vor allem durch ihre Vielseitigkeit. Zehn Akademie- und Universitätsabsolventen präsentieren dort ihre Arbeiten aus dem Bereich der Bildenden Kunst.

RECKLINGHAUSEN

, 19.08.2016 / Lesedauer: 2 min
Kunst mit Bananenschalen und Alaunsulfat

Museumsdirektor Ferdinand Ullrich und Roman Kochanski vor einem der Werke des jungen Künstlers.

Unter ihnen ist auch Elisabeth Windisch. Ihre auf den ersten Blick eisigen Werke stehen in einer Glasvitrine: kaum erkennbare Gegenstände, die von frostigen Eiskristallen übersät sind. Scheinbar, denn tatsächlich ist es kein Eis, das den kleinen Gartenzwerg, die Plastikflasche und den Gartenschlauch umschließt, sondern Alaunsulfat - eine Substanz, aus der sich binnen 24 Stunden Kristalle züchten lassen. Die ausgewählten Gegenstände sind willkürlich, orientierten sich aber anfangs am Thema Garten, erklärt Windisch, die für ihr Diplom an der Kunstakademie Düsseldorf bereits den mit 500 Kilogramm größten Wackelpudding der Welt hergestellt hat.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Ausstellung "New Talents" in der Kunsthalle Recklinghausen

Die Kunsthalle Recklinghausen bietet vom 21.8. bis zum 30.10. eine vielseitige Auswahl von Fotografien über Skulpturen bis hin zu Video-Installationen. Bei der Ausstellung "new talents" bekommen junge Absolventen von Akademien und Universitäten die Möglichkeit, ihre Werke zu präsentieren.
19.08.2016
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Karikatuenhaft kostümiert ist die Hochzeitsgesellschaft in Andreas Kriegenburgs Inszenierung.© Foto: Declair
Diana Damrau begeisterte mit ihrem Gesang.© Foto: dpa
Wilde Shootingstar: Teodor Currentzis© Foto: Petra Coddington
Kirill Petrenko© Foto: dpa
Claudia Manns Skulpturen basieren unter anderem auf Abdrücken von Körperteilen - oder wie in diesem Fall auf denen eines Erdlochs.© Foto: Püschner
Claudia Manns Skulpturen basieren unter anderem auf Abdrücken von Körperteilen - oder wie in diesem Fall auf denen eines Erdlochs.© Foto: Püschner
Die Ausstellung bietet Installationen der ungewöhnlichen Art.© Foto: Püschner
Elisabeth Windisch (r.) präsentiert ihre Skulpturen aus gezüchteten Kristallen.© Foto: Püschner
Unter diesen verstecken sich Gegenstände wie Plastikflaschen und Gartenzwerge.© Foto: Püschner
Sieht aus wie Eis, ist aber keins: das Material, das Windisch für ihre Werke verwendet, nennt sich "Alaun".© Foto: Püschner
Museumsdirektor Ferdinand Ullrich und Roman Kochanski vor einem der Werke des jungen Künstlers.© Foto: Püschner
Ein Spiel mit den Grundfarben zeigt diese mediale Skulptur.© Foto: Püschner
Die Ausstellung bietet Installationen der ungewöhnlichen Art.© Foto: Püschner
Die Ausstellung bietet Installationen der ungewöhnlichen Art.© Foto: Püschner
Kuratorin Anne Mager erläutert eine der Fotografien von Vera Drebusch.© Foto: Püschner
Drebusch entfremdet ihre Bilder durch Ausstreichungen.© Foto: Püschner
Eine der riesigen Skulpturen von Claudia Mann empfängt die Besucher auf der ersten von drei Ausstellungsetagen.© Foto: Püschner
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Erdlochabdrücke und Video-Anleitung

Der ist in der Ausstellung in der Kunsthalle Recklinghausen zwar nicht zu sehen, dafür aber jede Menge andere beeindruckende Werke - etwa die Arbeiten von Claudia Mann, deren Skulpturen unter anderem auf Körperteil- und riesigen Erdlochabdrücken basieren. Nicht ganz so spektakulär, aber durchaus beeindruckend wirken auch die Werke von Roman Kochanski, dessen figurative Bilder aus der Abstraktion von Gegenständen entstehen. Und wem dies alles zu abstrakt ist, dem bietet die Ausstellung sogar recht praktische Tipps - in Form von Bastian Hoffmanns Videos, die etwa Anleitungen zur kreativen Kerzenherstellung geben.

Fazit: eine erfrischende Mischung, die die Kunsthalle Recklinghausen in Kooperation mit der New Talents Biennale Cologne konzipiert hat - sehenswert.

: "new talents - Junge Kunst aus NRW", 21.8. (Eröffnung um 11 Uhr) bis 30.10., Große-Perdekamp-Straße 25-27, Di-So und an Feiertagen 11-18 Uhr.