Kunst-Revolutionärin Hannah Höch hat Wurzeln im Dada

Kunstmuseum Mülheim

Hannah Höch gehört zu den bedeutendsten deutschen Künstlerinnen der Klassischen Moderne. Als "Revolutionärin der Kunst" hat sie die Kunst der Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit der Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verknüpft. So heißt auch die große Retrospektive, mit der das Kunstmuseum Mülheim die 1978 gestorbene Künstlerin bis zum 8. Januar feiert, "Hannah Höch: Revolutionärin der Kunst".

MÜLHEIM

, 29.12.2016, 13:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kunst-Revolutionärin Hannah Höch hat Wurzeln im Dada

Auch die „Kleine Sonne“ von Hannah Höch aus dem Jahr 1969 ist im Kunstmuseum Mülheim zu sehen.

Das Museum präsentiert damit die erste umfassende Retrospektive nach dem Zweiten Weltkrieg und setzt damit seine Reihe zu verfemten Künstlern der ersten und zweiten Generation der Moderne fort. Zugleich ist die Ausstellung ein Beitrag zum Jubiläum der vor 100 Jahren in Zürich begründeten Dada-Bewegung.

Hannah Höchs Werk umfasst sechzig Schaffensjahre. Dennoch wurde sie nach dem Zweiten Weltkrieg fast ausschließlich als Vertreterin des Dadaismus wahrgenommen und mit frühen Collagen präsentiert. Der revolutionäre Weltentwurf von Dada wird in der Ausstellung ebenso thematisiert wie die Vielfalt des Werks.

Collage war ihre wichtigste Ausdrucksform

Bekannt wurde die Malerin, Grafikerin und Kunsthandwerkerin als Collage-Künstlerin. 1918 führte sie diese Technik als eigenständiges Medium in die Bildende Kunst ein. Lebenslang blieb die Collage ihre wichtigste Ausdrucksform, die auch Gemälde inspirierte.

Hannah Höchs Schaffen präsentiert das Museum mit rund 120 Arbeiten in acht, für Leben und Werk zentralen Themenkapiteln. Der Parcours beginnt mit einer wandfüllend collagierten Biografie mit Selbstbildnissen und der monumentalen Fotomontage "visuelle Autobiografie".

Das ewig Weibliche

Die Themen Stadt und Natur werden ebenso aufgefächert wie jene, das gesamte Werk prägende Ironie und das "ewig Weibliche". Weitere Kapitel sind der dunklen Seite von Trauer und Melancholie gewidmet, den "Weltbrand"-Jahren der Nazi-Diktatur sowie dem Kosmischen mit seinen Mond- und Sonnenbildern. Der Rundgang endet mit Hannah Höchs abstrakten, zeitlos-harmonischen Arbeiten.

"Hannah Höch: Revolutionärin der Kunst", bis 8.1., Synagogenplatz 1, Di-So 11-18 Uhr. Katalog: 24,50 Euro.