Kunst-Studenten bauen Brücken zur Technik und Literatur

Flottmann-Hallen Herne

Dass die Kunst in viele Bereiche übertragbar ist, zeigen Kunst-Studenten der Technischen Universität Dortmund bis zum 9. Juli in der Ausstellung "Wahrhafte Unterstellungen" in den Herner Flottmann-Hallen. 25 Objekte, Videoinstallationen und interaktive Arbeiten zeigen ihre Sprünge über die Grenzen der Kunst zur Literatur, Technik und Philosophie.

HERNE

, 29.06.2017, 16:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Anna Gerlach lässt Wassertropfen in Öl fallen und projiziert den Vorgang durch Bäume an die Wand.

Anna Gerlach lässt Wassertropfen in Öl fallen und projiziert den Vorgang durch Bäume an die Wand.

Benedikt Weßel versucht, die Prinzipien zeichnerischen Medien mit seiner Arbeit plastisch in einen Raum zu übertragen. "Beim Zeichnen fängt man ja meist mit einem Strich an, der das Blatt nach und nach einnimmt", erklärt der TU-Student.

Objekte reichen von Mandalas bis zu Elefanten 

Für die plastische Umsetzung des Gedankens nutzte Weßel Metallrohre, die sich scheinbar an der Wand hochschlängeln.

Objekte von weiteren Studenten, darunter ein hölzernes, drehbares Mandala aus dutzenden Elementen, ein elefantenartiges Objekt aus Teppichen, Gips und Plastiktüten sowie ein eingerichtetes Wohnzimmer ergänzen die Ausstellung.

Dröhnende Sirene sorgt für Anspannung beim Besucher

Beim Rundgang durch die Halle werden die Besucher plötzlich durch eine dröhnende Sirene gestört. Julia Batzdorf hat zwei Megafone an einer sich drehenden Stange befestigt.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Ausstellung "Wahrhafte Unterstellungen" in Herne

Dass die Kunst in viele Bereiche übertragbar ist, zeigen Kunst-Studenten der Technischen Universität Dortmund bis zum 9. Juli in der Ausstellung „Wahrhafte Unterstellungen“ in den Herner Flottmann-Hallen. Mit 25 Objekten, Videoinstallationen und interaktiven Arbeiten schaffen sie fächerübergreifende Brücken von der Kunst zu Literatur, Technik oder auch Philosophie.
13.06.2017
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Benedikt Weßel wurde durch das Zeichnen zu dieser Arbeit aus Aluflex-Rohren inspiriert.© Foto: Tim Vinnbruch
Aus Holz, Draht, Papier und Lack hat Steffen Mischke die Skulptur "Das erklärt einiges" gestaltet.© Foto: Tim Vinnbruch
Eva Krenzer zeigt mehrere Acryl-Arbeiten auf Leiwand.© Foto: Tim Vinnbruch
Dieses Objekt von Johanna Bielawski besteht aus Teppich, Gips und Plastiktüten und erinnert an einen Elefantenkopf.© Foto: Tim Vinnbruch
Die multimediale Installation Echokammer stammt von Judith Klein.© Foto: Tim Vinnbruch
Richard Opoku-Agyemang hat einen Schwimmingpool aus Holz, Eisen und Kunststoff gebaut.© Foto: Tim Vinnbruch
Diese Holz-Installation erinnert an ein abschussbereites Katapult.© Foto: Tim Vinnbruch
Unter dem Arbeitstitel "Raumskizze" beschäftigt sich Benedikt Weßel mit dem Begriff des Wucherns.© Foto: Tim Vinnbruch
Ein komplett eingerichtetes Wohnzimmer inklusive benutzter Kaffeetasse zeigt Ellen Prieditis.© Foto: Tim Vinnbruch
Eine Videoinstallation der sogenannten "Yankee Joe Show" präsentiert Marvin Eil.© Foto: Tim Vinnbruch
Sabrina Schmidt zeigt eine zweiteilige Arbeit mit einem Foto auf geschäumten, weißen Vollkunststoffplatten.© Foto: Tim Vinnbruch
Die sich drehende Installation "No comment" von Julia Batzdorf gibt regelmäßig einen Alarm von sich.© Foto: Tim Vinnbruch
Diese mandalaähnliche Installation baute Ulvis Müller aus Fichtenholz.© Foto: Tim Vinnbruch
Die Installation "Himmel ohne Vögel" von Claudia Schluckebier besteht aus fünf Vogelschädeln.© Foto: Tim Vinnbruch
Steffen Mischke präsentiert die Objekte "Haufen to Go" aus Bauschaum und "Wahrenwert" aus Papier und Lack.© Foto: Tim Vinnbruch
Diese Skulptur, ebenfalls von Steffen Mischke, trägt den bezeichnenden Namen "Auf einer Arschbacke".© Foto: Tim Vinnbruch
Anna Gerlach lässt Wasser langsam in Öl tropfen und projiziert das entstehende Bild an die Wand.© Foto: Tim Vinnbruch
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"Die Bewegung verändert den Ton und verteilt ihn im Raum", sagt Batzdorf. Die Arbeit schafft eine starke Anspannung beim Betrachter, der nie weiß, wann der Krach wieder losgeht.

Essay mit Tageslichtprojektor verwirklicht

Auf Literatur und Philosophie basiert die Installation von Anna Gerlach. Sie will die Balance von Aktivität und beobachtendem Innehalten verdeutlichen. Dazu lässt sie über einem Tageslichtprojektor Wasser in eine mit Öl gefüllte Petrischale tropfen.

Das Bild wirft sie durch einen Vorhang aus Ästen an die Wand. Der Projekt-Idee ging der Essay „Duft der Zeit“ von Byung-Chul Hans voraus.

: "Wahrhafte Unterstellungen", bis 9.7., Straße des Bohrhammers 5, Di-So 14-18 Uhr.