Kunstgebiet.Ruhr soll alle Kunstwerke vereinen

Geburtstag eines Kunstführers

Es war ein spannendes erstes Jahr für Olaf Fuldner und seine Kollegen, die am Projekt "Kunstgebiet.Ruhr" arbeiten. Am 4. Dezember 2014 ist der erste - und einzige - digitale Kunstführer für die Region online gegangen. Seitdem wird er ständig aktualisiert, erweitert, weiterentwickelt. Und das muss noch Jahre so weitergehen, wenn Fuldners ehrgeiziges Ziel erreicht werden soll.

RUHRGEBIET

, 02.12.2015, 17:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Von der Herkules-Skulptur im Nordsternpark in Gelsenkirchen gibt es ein Drohnenvideo auf der Internetseite Kunstgebiet.Ruhr.

Von der Herkules-Skulptur im Nordsternpark in Gelsenkirchen gibt es ein Drohnenvideo auf der Internetseite Kunstgebiet.Ruhr.

In ein paar Jahren soll er die gesamte Kunstlandschaft im öffentlichen Raum des Ruhrgebiets abbilden.271 Kunstwerke, 166 Street-Art-Arbeiten, 142 Künstler und 136 Institutionen bündelt die Internetseite bereits. "Wie viel Kunst es hier im öffentlichen Raum gibt, weiß niemand genau", sagt Fuldner. Die Zahlen reichten nach Expertenaussagen von 500 bis 4000.

Fest steht: Das Team um Fuldner hat einiges zutun. Der Geschäftsführer einer Essener Kommunikationsagentur arbeitet mit rund zehn Kollegen an der Weiterentwicklung des Portals. Pro Monat ergänzen sie es um zwei bis drei neue Künstler und etwa vier Kunstwerke.

Neue Zielgruppe erreicht

Kunstgebiet.Ruhr ist aufgeteilt in zehn Rubriken. Darunter sind: Künstler, Institutionen, Kunstrouten, Geschichte, Blog, Termine, und Schwarzes Brett für Künstler. 10.000 bis 15.000 Personen - Künstler und Kunstinteressierte - erreichen die Macher damit mittlerweile pro Monat laut Fuldner. "Es werden kontinuierlich mehr, anfangs waren es 7000."

Viele neue Besucher habe die Aufnahme von Street-Art-Kunstwerken ins Verzeichnis gebracht. "Das kam ein Schub von 16- bis 24-Jährigen", freut sich der Koordinator des Projektes über den Zuspruch einer Zielgruppe, die der Kunst häufig eher fern sei.

Drohnenvideos

Am meisten geklickt würden die Termine und das Kunstwerkverzeichnis, seltener die Institutionen. Damit hatte Fuldner gerechnet: "Informationen über eine Kunstakademie besorgt man sich eben direkt auf deren Internetseite." Außerdem sei die Rubrik weniger dynamisch.

Bei Terminen, Künstlern und Kunstwerken gibt es immer etwas Neues. Drohnenvideos gibt es beispielsweise seit kurzem von manchen Werken, etwa von Markus Lüpertz Herkules-Statue in Gelsenkirchen (Foto). Zurzeit entsteht die Rubrik "Kunst in Unternehmen". Anfang 2016 sollen zunächst die Sammlungen von Evonik und Eon vorgestellt werden.

Alle die Ideen entspringen einer ehrgeizigen Vision. Fuldner: "Im Ruhrgebiet gibt es so viele Kunstwerke im öffentlichen Raum, dass das hier das größte Freilicht-Museum weltweit ist. Und Kunstgebiet.Ruhr ist das Verzeichnis dazu."

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