Kunstinstallation "Nomanslanding" kommt zur Ruhrtriennale

In den Duisburger Hafen

Es ist sein bislang größtes Projekt, sagt Lorenzo Mele beim Gespräch in Glasgow. Bislang war der Mann aus Italien, den es zunächst nach London und dann nach Glasgow verschlug, für das größte Festival der Stadt zuständig, das "Merchant City Festival". Ab dem 15. August schwimmt sein "Nomanslanding" bei der Ruhrtriennale im Duisburger Hafen.

GLASGOW / DUISBURG

, 23.03.2015, 17:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kunstinstallation "Nomanslanding" kommt zur Ruhrtriennale

So ähnlich haben sich die Künstler in einem Entwurf »Nomansland« vorgestellt. Wie die Installation aussehen wird, sieht man am 2. April in Sydney und ab 15. August in Duisburg.

Als Mele im vergangenen Jahr Urlaub in Sydney machte, entstand dort gemeinsam mit Kollegen von der anderen Seite der Welt die Idee, ein gemeinsames Projekt mit Bezügen zum Ersten Weltkrieg zu gestalten, dessen Ausbruch 2014 genau 100 Jahre her war. Was dann kam, hatte er sich zunächst viel schwieriger vorgestellt: „Wir haben uns für fünf Künstler entschieden, die ein möglichst breites Spektrum abdecken sollten. Die haben wir zehn Tage Land in die Wildnis geschickt, mit der Bitte um Ideen“, erzählt Mele im Gespräch mit dieser Zeitung.

Keine Egotrips

Die befürchteten Egotrips seien von Anfang an kein Thema gewesen: „Mit drei wirklich guten Plänen sind wir überrascht worden“, berichtet der Mann aus Schottland. Am Ende entschied man sich gegen ein großes U-Boot und für „Nomanslanding“. Und dafür, das Ereignis auch im Rahmen der Ruhrtriennale zu präsentieren: „Die Kollegen aus Australien kannten Katja Aßmann von den „Urbanen Künsten“ und haben sie direkt mit ins Boot geholt.“

Am 2. April wird die Ausstellung in Sydney eröffnet. Danach wird die Installation in drei große Container verpackt und reist per Schiff nach Glasgow und dann nach Duisburg. Ab dem 15. August schwimmt die Installation vier Wochen im Binnenhafen.

Dom in der Mitte

Auf zwei großen Stegen gehen jeweils bis zu 40 Menschen auf eine große Kathedrale in der Mitte zu: „Sie werden Rettungswesten tragen, die ein bisschen an die Rucksäcke der Soldaten im Krieg erinnern sollen“, erklärt Lorenzo Mele. Am Ufer bleiben die zurück, die es nicht auf die Pontons geschafft haben: „Auch das eine Reminiszenz an die Situation der Angehörigen zu Kriegszeiten.“

Was passiert, wenn sich beide Gruppen in der Mitte treffen und in einer Art Dom zusammenkommen, soll nicht inszeniert werden: „Es ist der spannendste Teil der ganzen Sache. Sprechen die Leute miteinander, schweigen sie sich an? Lachen oder weinen sie? Wir sind sehr gespannt“, so Mele. In jedem Fall soll es Musik geben in der Kathedrale: „Wir werden eine ganz besondere Stimmung schaffen, die unsere Besucher in jedem Fall beeindrucken wird.“

Nach den vier Wochen in Duisburg bleibt die Konstruktion in Deutschland: „Und wir hoffen, sie anschließend noch in anderen Ländern zeigen zu können. Interessenten gibt es schon“, so der Mann aus Glasgow.

Ebbe und Flut

Ein wenig besorgt ist er auch über das, was da auf ihn zukommt: „In Sydney und Duisburg werden die Besucher ruhige Gewässer vorfinden. Auf unserem River Clyde beträgt die Differenz der Wasserhöhe bei Ebbe und Flut bis zu 4,50 Meter“, sagt Lorenzo Mele. Man habe allerdings bereits viel getestet: „Alles wird gut gehen.“ Der Eintritt zu „Nomanslanding“ soll frei sein: „Vermutlich werden wir aber um Anmeldungen im Internet bitten.“ 

Die fünf international renommierten Künstler Robyn Backen, Nigel Helyer und Jennifer Turpin (Australien), Andre Dekker und Observatorium (Niederlande) sowie Graham Eatough (Großbritannien) realisieren Nomanslanding bei der Ruhrtriennale. Nach Sydney (2. 4. bis 3. 5.) und Glasgow (13.  7.- 2. 8.) wird Nomanslanding vom 15. 8. bis 13. 9. in Duisburg-Ruhrort zu erleben sein. Öffnungszeiten: täglich 14-23 Uhr.

Schlagworte: