Kunstmuseum eröffnet Jubiläumsausstellung

Selbstbestimmtes Sehen

BOCHUM Als "schizophren" bezeichnet Dr. Hans Günter Golinski die Situation, in der sich Museumsmenschen wie er oft befinden.

von Von Angela Wiese

, 31.01.2010, 16:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
<p>Viele Besucher sahen sich die Jubiläumsausstellung "Le Rêve" im Museum an.

<p>Viele Besucher sahen sich die Jubiläumsausstellung "Le Rêve" im Museum an.

Auf der einen Seite gehörten die Künstler zu den wichtigsten Freunden, die das Museum hat. Menschen also, die provozieren, die oft einen kritischen Blick auf die Gesellschaft haben und über ihre Kunst versuchen Veränderungen im System herbeizuführen. Auf der anderen Seite gehört das Museum zur Stadt, ist also "systemimmanent".

Bei der gestrigen Eröffnung der Ausstellung "Le Rêve", der Traum, anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Kunstsammlung Bochum, kamen beide Seiten zusammen. Künstler wie H.D. Gölzenleuchter und Lothar Götz ebenso wie Vertreter aus Politik und Verwaltung. Zu ihnen zählten Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz, Kulturdezernent Michael Townsend und Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert.

Neben ihnen kamen auch die Besucher zahlreich. Es galt etwa 150 Werke aus der Sammlung zu betrachten, die über drei Stockwerke verteilt waren, gruppiert in vier Aspekte des Themas Traum. Museumleiter Golinski gab einen Überblick über die Entwicklung des Museums und darüber, wie Freunde und ehemalige Direktoren zur Sammlung beitrugen. Dr. Peter Leo gründete die damalige Städtische Kunstgalerie 1960. 1972 bis 1997 übernahm Dr. Peter Spielmann die Leitung, der als gebürtiger Tschechoslowake den Blick richtete auf die Kunst in den damaligen Ostblockstaaten. Wichtig für die Geschichte des Hauses sei auch das Engagement des Privatsammlers Helmut Klinker gewesen, der es in den 80er Jahren möglich machte, dass die Stadt zum halben Marktpreis aus seiner Sammlung kaufen konnte.

Auch OB Ottilie Scholz würdigte in ihrer Ansprache die Arbeit der Direktoren: "Nicht jeder Traum konnte erfüllt werden, aber alle Direktoren hatten eine glückliche Hand bei der Erweiterung der Sammlung."

Den Träumen der Besucher ging die Art Monkey Society auf den Grund: Jeder konnte sich in schlafender Pose fotografieren lassen oder seine Träume auf geschwärzte Dias einritzen. Das Resultat wurde später mittels Projektor präsentiert.

Auch in Zukunft sieht Golinski das Museum, trotz schwieriger finanzieller Umstände, als Vermittler zwischen Kunst und Betrachter, die Aufgabe darin, selbstbestimmtes Sehen in Zeiten der Bilderflut zu fördern. anwi