Kunstpreis „Junger Westen“ 2017 geht an Max Leiß

Kunsthalle Recklinghausen

Der in Bonn geboren, in der Schweiz und Frankreich lebende Künstler überzeugte die Jury mit Werken voller Alltagsassoziationen. Die Entscheidung fiel allerdings erst nach langen Diskussionen der Fachleute, denn ein Kontrahent war beinahe gleichwertig.

Recklinghausen

, 10.01.2018 / Lesedauer: 3 min
Kunstpreis „Junger Westen“ 2017 geht an Max Leiß

Das Werk „Verhandlungssache“ vom Preisträger Max Leiß. Eine Plastik aus verzinktem Stahl mit den Maßen 120 mal 100 mal 90 Zentimeter Foto Heimann

Recklinghausen. Den Kunstpreis „Junger Westen“ erhielt in diesem Jahr der in Bonn geborene Max Leiß in der Recklinghäuser Kunsthalle. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre ausgelobt und wurde in diesem Jahr in der Kategorie „Plastik, Skulptur und Installation“ vergeben.

260 Bewerber

Rund 260 Nachwuchskünstler hatten sich für den Förderpreis der Stadt Recklinghausen beworben. Die siebenköpfige Jury hatte sich nach „intensiven Diskussionen“, wie es der Leiter der Kunsthalle, Hans-Jürgen Schwalm nannte, für den 35-jährigen Leiß und somit gegen seinen ärgsten Konkurrenten Raphael Sbrzesny entschieden.

Als Grund nannte die Jury, dass es Leiß schaffe, seine Werke in ein räumliches und inhaltliches Verhältnis zu setzen. „Materialität und Form erinnert uns an eine Dinglichkeit, die wir aus unserem alltäglichen Leben kennen“, heißt es von der Jury. Ein blaues Stahlgerüst erinnert etwa an eine Rutsche. „Unser Bedürfnis nach Nützlichkeit wird jedoch positiv enttäuscht: Das Werk verweigert sich einem konkreten Gebrauch zugunsten einer haptischen und gedanklichen Eigenständigkeit.“

Neben Leiß können sich aber auch weitere 19 Künstler als Gewinner fühlen. Denn mit der Preisverleihung, die am Sonntag (3. Dezember) stattfand, hat auch eine Ausstellung auf drei Etagen der Kunsthalle begonnen. Bis Februar können die jungen Künstler ihre Arbeiten vorstellen. Etwa Bastian Hoffmann, der im Erdgeschoss seine Arbeit „Maximum Power II“ zeigt. Im Zentrum steht ein Aut, über das permament ein dünner Wasserfilm fließt. Der Wagen steht auf einem flachen Podest aus Gitterrosten unter dem das Wasserreservoir sowie eine Pumpe installiert sind, wodurch der Kreislauf aufrecht erhalten wird.

Künstler im Hintergrund

In der zweiten Etage stellt dann der Preisträger aus. Seine Arbeiten, allesamt mit Architektur- und Objektbezug, unterscheiden sich dabei extrem von denen von Raphael Sbrzesny. „Während Leiß eher klassisch, spröde und mit der nachhaltigen Dinglichkeit arbeitet und als Künstler komplett in den Hintergrund tritt, steht Sbrzesny eher für das Performative, also Flüchtige und spielt oft eine Hauptrolle in seinen Arbeiten“, erklärt Hans-Jürgen Schwalm. So bilden diese beiden Künstler dann quasi den Rahmen für die Ausstellung in dem sich die anderen Künstler bewegen.