Kunstprojekt der Hauptschule Mengede

MENGEDE Das aktuelle Kunstprojekt der Zehntklässler der Hauptschule Mengede brachte nicht nur schöne Werke und Vorführungen. Während des einjährigen Projektes mit Kunstlehrerin Michaela Poelke sind die Schüler auch in sich gegangen.

von Von Arndt Brede

, 13.06.2008, 14:41 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Themen "Zeit" und "unsitzbare Stühle" sehen sie jetzt mit ganz anderen Augen als vorher.

Die 50 jungen Frauen und Männer setzten die Themen in Skulpturen, Objekten, Bildern, Vorführungen und "Performances" um. In der Auseinandersetzung damit ließen sie sich auch auf philosophische Betrachtungen ein.

Kontrapunkt zur Hektik

Zeit, diese Kraft, die einen das ganze Leben lang um- und antreibt, hat viele Facetten. So entdeckte eine Schülerin im Wortsinn die Langsamkeit. Ihr Zeitlupentanz zu Hip-Hop-Musik setzt einen bewussten Kontrapunkt zur Hektik des Alltags.

Eine Haltung, die auch ihre Mitschüler mittlerweile bewusster in ihr Leben einbauen. Serhan (16 Jahre jung): "Die Zeit rennt mir davon. Dabei ist sie doch unvergänglich." Patrick (ebenfalls 16) ergänzt: "Ich bin für jede Minute dankbar." Umso dankbarer sind die jungen Leute ihrer Lehrerin Michaela Poelke: "Wir haben uns mit ihrer Hilfe intensiv mit den Themen beschäftigt. Sie hat uns ermutigt, auch im Alltag weiter zu machen", lobt Tobias (16).

Intensiv setzten sich die Schüler auch mit dem Symbol des "unsitzbaren Stuhls" auseinander. Wobei sich dieses Thema und das Thema "Zeit" ergänzen können. Michaela Poelke: "Der Stuhl steht ja für die Muße, also die Zeit, sich mit etwas zu beschäftigen."

Provokation

Dass ein Stuhle aber mehr als nur eine Sitzgelegenheit ist, zeigen die Ergebnisse des Projekts.

Verfremdete Formen des Stuhls stehen durchaus für Geisteshaltungen der Schüler bzw. für Provokation. "Ausgelebte Aggressionen" heißt eine Skulptur, die einen völlig zerstörten Stuhl zeigt und damit zum Nachdenken anregt."Zwischen zwei Stühlen" steht an einem anderen Objekt.

"Das zeigt die Zerrissenheit der Schüler. Sie stehen genau in der Phase zwischen Schule und der beruflichen Zukunft", sagt Michaela Poelke.Allein, dass sich diese jungen Menschen an der Schwelle zum Erwachsenensein in der Kunst selbst reflektiert haben, ist eine echte Leistung. Mal abgesehen davon, dass ihre Werke schön anzusehen sind.