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Kunstraub im Brachland-Museum

Werke verschwunden

Kunstraub im Brachland-Museum. Am Dienstag ist ein Mann beobachtet worden, wie er auf dem Gelände am Konrad-Adenauer-Platz die von verschiedenen internationalen Künstlern geworfenen Kunstwerke einsammelte.

BOCHUM

von Von Benedikt Reichel

, 07.09.2011
Kunstraub im Brachland-Museum

Der Dieb, ein Mann mit seinem Kind, wurde auf frischer Tat ertappt. Dem Passanten habe er sich äußert aggressiv gegenüber verhalten, sagt Mathias Schamp.

Nach Angaben von Museums-Organisator Matthias Schamp fehlt ein weißer Porzellanteller von Matthias Beckmann (Berlin), der bei der Wurfaktion am vergangenen Sonntag sogar heil geblieben ist, und der Würfel des Kölner Künstlers Carsten Gliese.

„Mir ist die Motivation dieses Menschen unklar“, sagt Matthias Schamp. War es ein Sammler - die beiden Künstler genießen einen guten Ruf - oder doch ein Wutbürger? Immerhin ist die Eröffnung des Brachland-Museums keine genehmigte Kunstaktion, sondern auch Ausdruck des Protest gegen die von der Stadt eingezäunte Brachfläche. „Wenn jemand mit gezielter Absicht die Ausstellung zerstört, muss ich entsprechend reagieren“, sagt Schamp. Unklar ist jedoch wie. Die Rechtslage bei einer derartigen Kunstaktion ist alles andere als eindeutig. „Mir wäre es am liebsten, der Dieb gibt das wieder zurück“, sagt Mathias Schamp. „Oder er wirft es wieder über den Zaun.“

Der Macher des Guerilla-Museums auf städtischem Grund will nach der viel beachteten Eröffnung am Sonntag das Gespräch mit der Stadt suchen. Seit Jahren kämpft er darum, die Brache künstlerisch nutzen zu können, für botanische Führungen, für Künstlergespräche. „Kostenfrei für die Stadt“, wie Schamp betont. Doch die sieht vor allem potentielle Verletzungsgefahr auf dem unebenen Gelände. Dass Stadtbaurat Ernst Kratzsch zumindest die Kreativität lobt, wertet Schamp als ein Schritt in seine Richtung. Er will neu verhandeln. „Die Brache ist ein Wert und den soll die Stadt auch realisieren. Ich will nur die Zeit bis dahin überbrücken“, sagt er.