Kunze-Konzert wird ein "familiäres Kollegentreffen"

Interview

Mit seinem Akustik-Bandprojekt „Räuberzivil“ kommt Heinz Rudolf Kunze am Samstag, 28. März, in die Christuskirche. Im Gespräch mit unserer Mitarbeiterin Verena Halten verriet er im Vorfeld, was er an Bochum mag und was das Publikum erwartet.

BOCHUM

15.03.2015, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Heinz Rudolf Kunze kommt mit seiner Band Räuberzivil in die Christuskirche.

Heinz Rudolf Kunze kommt mit seiner Band Räuberzivil in die Christuskirche.

Ihr Projekt „Räuberzivil“ besteht seit zehn Jahren. Nun zieht es Sie in die Christuskirche. Wie fühlt es sich für Sie an, in einer Kirche ein Konzert zu geben?

Sehr vertraut. Ich kenne das, ich gebe schon seit Jahren Lesungen und Konzerte in Kirchen. Die Akustik und die Atmosphäre sind in Kirchen immer unvorhersehbar und etwas Besonderes. Wenn man sich von der sakralen Umgebung lossagen kann und das Publikum ebenfalls dazu bereit ist, kann das für alle ein ganz tolles Erlebnis werden.

Sind sie denn religiös?

Ich würde mich nicht für konsequent atheistisch halten. Außerdem glaube ich, dass es nicht unmöglich ist, dass da noch Etwas ist.

Wie oft waren Sie schon in Bochum?

Ich habe schon oft in Bochum Konzerte gegeben. In der Zeche und in der damaligen Ruhrlandhalle, aber auch auf Stadtfesten und in der Fußgängerzone.

Was ist Ihnen von Bochum in besonderer Erinnerung geblieben?

In erinnere mich bei Städten immer an die Menschen. Wenn ich in Bochum bin, kommt immer mein Bochumer Freund und Kollege Hennes Bender zu den Veranstaltungen – und manchmal auch Piet Klocke aus Essen. Das ist dann immer ein familiäres Kollegentreffen.

Und wie sind Zuschauer aus Bochum so?

Die Menschen in Bochum sind sehr lebhaft. Sie feiern gerne, das trifft aber auf die Menschen im gesamten Ruhrgebiet zu.

Sie und Herbert Grönemeyer werden oft als Urgesteine der deutschen Liedermacher bezeichnet, manchmal sogar als Relikt einer vergangenen Musikära – fühlen Sie sich manchmal so?

Ich denke, dass das Unsinn ist. Wir haben bereits einige Moden überstanden – und wir lassen uns nicht beirren.

Wie stehen Sie diesen Moden und dem Wandel der deutschen Musik gegenüber?

Ich kann im Moment keinen Trend erkennen – außer den deutschen Schlager. Ich sehe eher eine Unübersichtlichkeit. Es gibt viele Genre und Stile. Dass die Musik sich wandelt, das zeigt aber, dass sie lebendig ist.

Was erwartet die Hörer auf dem Album „Tiefenschärfe“ und die Zuschauer auf dem Konzert?

Ich habe ja zwei Bands: Einmal eine laute Rockband und einmal eine leise Band. Und ich pendele, da ich alle meine Ideen nicht in einer Band unterbekomme. Räuberzivil bietet aber nicht nur leise und instrumentale Musik. Wir haben auch eine elektrische Gitarre dabei. Der Text steht aber sowohl gesungen als auch gesprochen im Vordergrund.

Was erwarten Sie von Bochum?

Ich hoffe, dass es schön wird. Und ich freue mich darauf, mal wieder im Westen zu spielen. Wobei Osnabrück ja auch schon im Westen ist. Da haben wir das erste Konzert der Tour gegeben.