Kurdo kündigt Nachholtermin an - Saturn winkt ab

Nach Randale bei Autogrammstunde

Nach seiner geplatzten Autogrammstunde mit Randale bei Saturn in Eving will der Rapper "Kurdo" seinen Fans in Dortmund einen neuen Besuch abstatten. Doch das Elektronik-Kaufhaus hat nach der Fan-Randale genug vom Rapper. Und es gibt noch ein weiteres Problem.

EVING

, 22.02.2016, 12:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Saturn erklärte auf Nachfrage unserer Redaktion: „Nach den Erfahrungen von Freitag werden wir eine Autogrammstunde mit Kurdo nicht mehr in unserem Markt durchführen“, so Saturn-Marktleiter Marco Incantalupo. Und: „Wir haben das Fanpotenzial für Kurdo im Dortmunder Norden unterschätzt. Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für die Fans, Nachbarn, Passanten und Kunden, für die wir uns in aller Form entschuldigen. Unser Dank gilt der Dortmunder Polizei, die sehr schnell mit Unterstützung vor Ort war.“

Saturn erklärte auf Nachfrage unserer Redaktion: „Nach den Erfahrungen von Freitag werden wir eine Autogrammstunde mit Kurdo nicht mehr in unserem Markt durchführen“, so Saturn-Marktleiter Marco Incantalupo. Und: „Wir haben das Fanpotenzial für Kurdo im Dortmunder Norden unterschätzt. Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für die Fans, Nachbarn, Passanten und Kunden, für die wir uns in aller Form entschuldigen. Unser Dank gilt der Dortmunder Polizei, die sehr schnell mit Unterstützung vor Ort war.“

Marco Incantalupo stellte klar, dass der Rapper – anders als von ihm behauptet – keinen Platzverweis erhalten habe. Rapper wie Kurdo seien ein „kulturelles Phänomen mit vielen Fans gerade im Dortmunder Norden“. Man habe aus dem Ereignis gelernt.

 

Ursprungsmeldung 12.15 Uhr: Rapper will Wiederholung "mit ne bessere Organisation"

Kurdo, der "Verbrecher aus der Wüste". So nennt er sich. Mit Waffen und Munition posiert der Rapper in einem Internetvideo. Über 630.000 Personen bei Facebook gefällt das. Sein Song "Verbrecher aus der Wüste" wurde bei Youtube bislang mehr als zwei Millionen mal abgespielt. Zum Vergleich: Der beliebteste Song des populären Rappers "Haftbefehl", der sein Bösemann-Image auch nicht schlecht pflegt, kommt momentan auf über 13 Millionen Klicks.

3500 Fans folgten Kurdo am Freitag (19.2.) zur Autogrammstunde in den Saturn-Markt in Eving. Aus Spaß wurde Ernst: Die Lage eskalierte. Polizei, Veranstalter Saturn und der Musiker einigten sich auf die Absage. Kurdo selbst behauptet in einem Facebook-Video, "von der Polizei abgeführt" worden zu sein. Die Polizei stellte am Freitag noch während des Einsatzes klar, dass es den "Platzverweis" nicht gegeben habe.

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Massenauflauf in Eving wegen Rapper Kurdo

Der Rapper Kurdo hat am Freitagnachmittag halb Eving lahmgelegt. Im Saturn-Markt wollte er sein neues Album promoten und Autogramme geben - doch offenbar hatte niemand mit dem Ansturm gerechnet.
19.02.2016
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In den Abendstunden: die Lage hat sich wieder beruhigt.© Foto: Peter Bandermann
Bei der Autogrammstunde in Eving musste die Polizei für Sicherheit sorgen. Das soll sich so nicht wiederholen.© Foto: Peter Bandermann
Jugendliche Kurdo-Fans vor dem Saturn in Eving.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei sperrte die Zufahrt zum Parkdeck ab.© Foto: Peter Bandermann
Blick auf die Evinger Straße.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei musste für den Einsatz in Eving zahlreiche Kärfte zusammenziehen, darunter auch Zivilbeamte und Bereitschaftspolizei.© Foto: Peter Bandermann
Ohne erkennbaren Grund laufen Kinder und Jugendliche auf den Saturn-Markt zu.© Foto: Peter Bandermann
Der Kreuzungsbereich Evinger Straße / Waterkampweg.© Foto: Peter Bandermann
Der Rettungsdienst war mit mehreren Fahrzeugen vor Ort.© Foto: Peter Bandermann
Jugendliche Kurdo-Fans vor dem Saturn in Eving.© Foto: Peter Bandermann
Eine große Personengruppe steht vor dem Saturn-Eingang in Eving.© Foto: Peter Bandermann
Blick auf die Evinger Straße: Eine große Personengruppe steht auf der Straße und auf den Gleisen vor dem Saturn-Markt.© Foto: Peter Bandermann
Diese Jugendliche beobachteten das Geschehen im Hintergrund aus der Distanz.© Foto: Peter Bandermann
Jugendliche vor dem Eingangsbereich des Saturn-Elektronikimarktes in Eving.© Foto: Peter Bandermann
Vor dem Saturn in Eving: Viele Kurdo-Fans mussten davon ziehen, ohne den Rapper gesehen zu haben.© Foto: Peter Bandermann
Im Einsatz, um Präsenz zuzeigen: Die Polizei forderte auch Diensthunde an.© Foto: Peter Bandermann
Die Polizei war darum bemüht, die Jugendlichen davon zu überzeugen, wieder davon zu ziehen. Das dauerte.© Foto: Peter Bandermann
Polizei vor dem inzwischen geräumten Saturn-Markt in Eving.© Foto: Peter Bandermann
Blick auf die Evinger Straße.© Foto: Peter Bandermann
Auch der Rettungsdienst war im Einsatz, denn es gab mindestens zwei Verletzte.© Foto: Peter Bandermann
Mit Einsatzfahrzeugen schafft die Polizei eine sichtbare Grenze zwischen Jugendlichen auf der gegenüber liegenden Straßenseite und dem Markt.© Foto: Peter Bandermann
Der Saturn-Eingangsbereich in Eving. Polizeifahrzeuge blockieren den Zugang.© Foto: Peter Bandermann
Polizei auf der Evinger Straße in Dortmund. Die Einsatzkräfte halten Jugendliche vom Markt fern.© Foto: Peter Bandermann
Polizei auf der Evinger Straße.© Foto: Peter Bandermann
Die Autogrammstunde des Rappers Kurdo im Saturn in Eving führte am 19. Februar zu einem großen Menschenauflauf und einem Polizeieinsatz.© Foto: Peter Bandermann
Polizei auf der Evinger Straße.© Foto: Peter Bandermann
Einsatzfahrzeuge der Polizei vor dem Saturn-Haupteingang.© Foto: Peter Bandermann
Blick auf die Kreuzung Evinger Straße / Deutsche Straße: Bereitschaftspolizei versucht eine Gruppe von Jugendlichen abzudrängen.© Foto: Peter Bandermann
Der Rettungsdienst versorgte hier eine am Boden liegende Jugendliche.© Foto: Peter Bandermann
Bereitschaftspolizei auf der Hauptstraße zwischen Eving und Innenstadt.© Foto: Peter Bandermann
Polizei drängt eine Randalierer-Gruppe ab.© Foto: Peter Bandermann
Polizisten drängt eine randalierende Gruppe zurück.© Foto: Peter Bandermann
Festnahme eines jungen Mannes, der zu einer aggressiven Gruppe gehörte.© Foto: Peter Bandermann
Polizeieinsatz an der Haltestelle Grubenstraße in Eving.© Foto: Peter Bandermann
Bereitschaftspolizei auf der Evinger Straße.© Foto: Peter Bandermann
Bereitschaftspolizei an der Haltestelle Grubenstraße. Bis hierhin hatten die Polizisten eine Gruppe von randalierenden Jugendlichen gedrängt.© Foto: Peter Bandermann
Polizei vor dem Saturn an der Evinger Straße.© Foto: Peter Bandermann
Polizei vor dem Saturn an der Evinger Straße.© Foto: Peter Bandermann
Auch in den Abendstunden sperrte die Polizei die Zufahrt zum Saturn ab.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Rapper Kurdo bei Saturn in Dortmund-Eving.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Rapper Kurdo bei Saturn in Dortmund-Eving.© Foto: Peter Bandermann
Der Rapper Kurdo hat am Freitag sein neues Album veröffentlicht - und damit für einen Massenandrang im Evinger Saturn gesorgt.© Foto: RNZ/joe
Fans von Rapper Kurdo bei Saturn in Dortmund-Eving.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Rapper Kurdo bei Saturn in Dortmund-Eving.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Rapper Kurdo bei Saturn in Dortmund-Eving.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Rapper Kurdo bei Saturn in Dortmund-Eving.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Rapper Kurdo bei Saturn in Dortmund-Eving.© Foto: Peter Bandermann
Fans von Rapper Kurdo bei Saturn in Dortmund-Eving.© Foto: Peter Bandermann
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Kurdos Fans überforderten am Freitagnachmittag in Eving den Sicherheitsdienst, bewarfen Polizisten, beschädigten Einsatzfahrzeuge, begingen Diebstähle und sind für Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung verantwortlich. Das ist das Fazit der Polizei, die nach den Tumulten weiter nach Zeugen sucht.

Zwar schaffte es der irakisch-kurdische Rapper zum Verkaufsstart seines neuen Albums bis in die Spitzen der Charts. Aber in Dortmund hat er sich nicht nur Freunde gemacht.

In der Schule die Hand an der Kalaschnikow

Ein Image, mit dem Kurdo gut leben kann. Denn der selbst ernannte "Verbrecher aus der Wüste" hat es geschafft: "Vom Flüchtlingszelt in die Charts" und mit dem "Staub von der Straße an den Schuhen". So ist Kurdo ein Idol geworden. Es muss da draußen einige Leute geben, denen er aus der Seele singt. Er, der anfangs Gescheiterte, der in der Schule an der AK47 lernte und das auch Kalaschnikow genannte Maschinengewehr zu bedienen wissen will, hängt nicht mehr im Norden Iraks ab.

"Ich mag seine Beleidigungen", begründet der 13-jährige Jannick aus Dortmund seine Zuneigung. Kurdo zählt in der Youtube-Video-Endlosschleife weiter seine Geldscheine und fährt laut Liedtext "im Sportwagen durch die Slums" - und in den deutschen Städten mit teuren Autos auch zu Autogrammstunden.

"Mit ne bessere Organisation"

Will der im Videoclip mit Waffen und Munition posierende Chart-Stürmer dafür einen neuen Termin in Dortmund finden, muss er neben seinem Autogramm-Edding noch andere Register ziehen. Er weiß auch schon wie. Zumindest ungefähr: "Mit ne bessere Organisation", schrieb er am Freitagabend um 21.34 Uhr auf seiner Facebook-Seite. "Mit ne bessere Organisation" - dazu raten würde ihm und einem Veranstalter - wer auch immer das sein mag - auch die Stadt Dortmund.

Erst mehr Sicherheit, dann die Autogrammstunde

Denn nicht noch einmal soll eine Kurdo-Autogrammstunde dazu führen, dass Fans diverse Straftaten begehen, der Berufsverkehr umgeleitet werden und auf öffentlichen Nahverkehr angewiesene Bürger warten müssen. Die Stadt Dortmund würde Kurdo diverse Sicherheitsauflagen mitgeben, bevor er das erste Autogramm schreibt.

Da geht es dann um Absperrgitter, mehr Sicherheitspersonal, Fluchtwege, Sanitätsdienst und andere Logistikfaktoren für Veranstaltungen mit großen Menschenmengen. Am Geld dürfte das nicht scheitern. Denn Kurdo ist die Nummer eins - in den Charts. 

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