Kurze Wege zur Bestrahlung

INNENSTADT Umständliche Wege in die Nachbarstädte können sich Wittener Patienten mit Tumorerkrankungen künftig sparen. Die neue Strahlentherapieabteilung des Evangelischen Krankenhauses ist fertig. Herzstück des neuen Anbaus vor dem Krankenhaus ist ein 1,5 Mio. € teurer Linearbeschleuniger.

von Von Beatrice Haddenhorst

, 08.11.2007 / Lesedauer: 2 min
Kurze Wege zur Bestrahlung

Dr. Jamil Katiran (l.) und seine Mitarbeiter können Patienten mit dem neuen Linearbeschleuniger jetzt optimale Strahlentherapien bieten.

„Mit diesem Gerät kann man alle gutartigen und bösartigen Tumore, soweit sie zugänglich sind, nach modernstem Standard behandeln. Die Dosis und die Eindringungstiefe der Strahlen lassen sich genauestens steuern“, beschreibt Dr. Jamil Katiran die Vorteile der Neuanschaffung. Katiran ist seit Mai am Evangelischen Krankenhaus und Chefarzt der neuen Klinik für Strahlentherapie. Gleichzeitig ist er Inhaber einer am Krankenhaus angesiedelten Praxis für Strahlentherapie.

3,5 Mio. investiert „Neue Bestimmungen erlauben es ambulanten Fachärzten auch an einem Krankenhaus tätig zu sein“, erläutert Dr. Irenäus Adamietz bisher Chefarzt der Strahlentherapie und jetzt geschäftsführender Direktor der Radiologie. Insgesamt wurden 3,5 Mio. € in Neubau und Ausstattung der Abteilung investiert. Die Patienten erwartet jetzt eine moderne und warme Praxisatmosphäre. Wartezonen auf tristen Krankenhausfluren gibt es nicht. Wegbereiter der Strahlentherapieabteilung, so Dr. Adamietz, sei auch das bundesweit einmalige Wittener Onkologische Netzwerk der Ärzte aus Krankenhäusern und Praxen gewesen, die seit Jahren bei der Betreuung krebskranker Patienten zusammenarbeiten. Wöchentlich treffen sich die Ärzte, um Behandlungspläne gemeinsam zu entwickeln und Therapien ihrer Patienten abzustimmen.

Weniger Nebenwirkungen „Unser Linearbeschleuniger ist einer der modernsten, die es gibt. Die Strahlenbehandlung hat hier weniger Nebenwirkungen als bei älteren Geräten“, unterstreicht Dr. Katiran und nennt zum Beispiel Hautschäden als häufig auftretende Nebenwirkung. Rund 60 Prozent aller Heilungen von Krebserkrankungen, so schildert er weiter, werden durch Strahlentherapie erzielt. Fast 75 Prozent aller Krebspatienten erhalten während ihrer Behandlung eine Strahlentherapie.