Lach-Ökumene mit Würze

HEVEN Mit "Frau trifft Mann, Kuchen trifft Bier, katholisch trifft evangelisch" traf das Kirchen-Kabarett-Duo Ulrike Böhmer und Micki Wohlfahrt mit seinem ersten gemeinsamen Programm die Lachmuskeln der Zuschauer.

von Von Dietmar Bock

, 24.01.2008, 17:31 Uhr / Lesedauer: 1 min

"Der Kuchenstand bleibt fest in katholischer Hand, weil die Protestanten ja nicht so gut backen können." Mit klaren Ansagen wie dieser hat Ulrike Böhmer alias Erna Schabiewsky bei den Arbeitstreffen zum ersten ökumenischen Fest der katholischen Gemeinde aus Dortmund-Eving und dem evangelischen Gegenpol aus Gelsenkirchen-Ückendorf eindeutig das Sagen. Micki Wohlfahrt alias Karl Koslowski beansprucht indes nur den Bierstand, weil er "nicht die Suppe aus der verbotenen Stadt" Dortmund sondern das Schalke-Bier will.

Runde Geschichte

Die beiden exzellenten Kirchen-Kabarettisten bearbeiten in ihrer runden Geschichte nicht nur die Konflikte zwischen Mann ("Mehr als zwei Sachen kann ich mir nicht merken") und Frau ("Ich brauch immer ?was länger, um das richtig zu erklären") sondern auch zwischen Katholiken ("Wir haben sieben Sakramente, ihr nur zwei") und Protestanten ("Das Alte Testament ist katholisch, das Neue evangelisch") sowie zwischen BVB- und Schalke -Fans mustergültig heraus.

Aus den drei völlig konträren Elementen formen Böhmer und Wohlfahrt eine illustre Persiflage, die kein Auge trocken lässt. Bei all den Arbeitstreffen kommen nur die beiden Ehrenamtlichen zusammen, während die Pfarrer stets beispielsweise wegen "Weinprobe für den Wein zum Abendmahl" fehlen.

Knackige Sprüche

Gesangseinlagen wie "Wenn bei Capri die Ökumene im Meer versinkt" und knackige Sprüche wie "Predigt ist da, wo du immer einschläfst" und "... das glaubt man, kann aber auch richtig sein" geben der Lach-Ökumene die richtige Würze.

Brüderschaft

Am Ende scheitern beide mit ihrem ausgewogen ökumenischen Konzept, weil die Hauptamtlichen alle Vorschläge ablehnen.

So feiern sie dann zu zweit ihre gemeinsame Zusammenarbeit in gelb-schwarz und blau-weiß und trinken gar - für wahre Schalke- und BVB-Fans unvorstellbar - Brüderschaft.

Es ist gelebte Ökumene, die im wirklichen Leben nicht so recht in Schwung kommen will.