Lachfutter für Teenager

"Halbe Brüder" im Kino

Ein schwarzer Rapper, ein türkischer Schnösel und ein Berliner Kleinganove hocken beim Notar. Was sich anhört wie der Anfang eines Witzes, ist auch einer. Er dauert fast zwei Stunden, läuft im Kino und heißt "Halbe Brüder".

DORTMUND

, 09.04.2015, 16:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
Lachfutter für Teenager

Fahri Yardim als Yasin, Paul Würdig (bekannt als Rapper Sido) als Julian und Tedros Teclebrhan als Addi (v.l.) kloppen jede Menge dummer Sprüche raus.

Ein schwarzer Rapper, ein türkischer Schnösel und ein Berliner Kleinganove hocken beim Notar. Was sich anhört wie der Anfang eines Witzes, ist auch einer. Er dauert fast zwei Stunden, läuft im Kino und heißt "Halbe Brüder".

Eine deutsche Kumpel-Komödie von Christian Alvart, Popcorn-Lachfutter für Teenager, die schon bei "Hangover" geierten. Und in diesem Rahmen, samt seiner Pups- und Klamauk-Gags ist der Streifen gar nicht so übel. Weil er sich selbst auf den Arm nimmt, munter die Fahne infantiler Anarchie schwenkt und die Chemie zwischen den Darstellern aufgeht.

Doofheit umarmen

Man muss nur fröhlich die Doofheit umarmen und sich durch die Geschichte treiben lassen. Absurdistan heißt das Terrain der Posse, dorthin führt die Reise eines Trios, das beim Notar erfährt, dass sie Halbbrüder sind. "Mama war ’ne Schlampe" singen sie zum Abspann: Julian (Paul "Sido" Würdig), Yasin (Fahri Yardim) und Addi (Tedros Teclebrhan).

Immerhin hat Mutti ihnen 120 000 Euro vermacht, Friede ihrer Asche. Wo das Geld abzuholen ist, steht nicht auf der Postkarte, die der Notar präsentiert. Dafür eine Adresse in Frankfurt. Weil die Jungs knapp bei Kasse sind, Julian bei einem Gangster (Charly Hübner) in der Kreide steht, machen sie sich auf den Weg.

Jede Menge dummer Sprüche

Chaoten "on the road". Addi glaubt, er sei der große Checker, und das Drehbuch munitioniert ihn mit jeder Menge dummer Sprüche. Alle reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, in Dialogen, die erstaunlich lebendig klingen und die politische Korrektheit in die Tonne treten: "Nenn mich nochmal Neger, du Kanacke!"

Die Situationskomik funktioniert, die Musik hat Pepp, Gaststars geben sich die Klinke in die Hand: Ralf Richter, Lilo Wanders, Samuel Finzi, Detlev Buck, Roberto Blanco, Friedrich "Supergeil" Liechtenstein. Trotz tiefergelegten Niveaus ist das allemal lustiger als das Gros deutscher Beziehungskomödien.