Lärm am Phoenix-See löst Dortmund-weite Debatte aus

Streit um Party-Eskapaden

Wem gehört der Phoenix-See? Die Beschwerden von Anwohnern über nächtliche Party-Eskapaden am Phoenix-See haben eine Dortmund-weite Debatte ausgelöst. Was darf die Öffentlichkeit, wann müssen die Interessen der Anwohner geschützt werden? Und nur wenige Hundert Meter weiter deutet sich der nächste Konflikt an.

HÖRDE

von Von Felix Guth

, 20.08.2013, 00:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lärm am Phoenix-See löst Dortmund-weite Debatte aus

Luftbild Phoenix-See Phoenix 2.8.2013 Foto: Oskar Neubauer

Und es gibt viele grundsätzliche Gedanken darüber, wie das Zusammenleben am See funktionieren soll. „Zum Glück ist es ein mit öffentlichen Mitteln gefördertes Naherholungsgebiet geworden. Für alle Menschen“, urteilt Leser Dirk Kroll in einer Mail an die Redaktion. Andere sehen im Phoenix-See ohnehin schon längst einen Ort für Privilegierte. „Hauptsache, die können gut schlafen“, kommentiert Leserin Sabine Scheele spöttisch. Sie berichtet aus ihrem Wohnort Brackel von nächtlichem Krach und Vandalismus: „Da splittert Glas, werden Autos demoliert. Da kommt die Polizei noch nicht mal raus. Von einem Präsenzdienst können wir nur träumen.“

Von einem „mehrschichtigen Problem“ spricht dagegen Gordon Mai aus Scharnhorst.  Die Frage sei berechtigt, wer die Interessen der Anwohner vertrete und sichere. Man müsse aber auch die Jugendlichen verstehen, die sich am See treffen – auch mangels Alternativen. „Wenn man in der Jugendarbeit tatsächlich mal an den Grundlagen arbeiten würde, dann könnte sich auch etwas verändern“, schreibt Mai. Tatsächlich haben Lokalpolitiker gerade im Dortmunder Süden zuletzt häufiger beklagt, dass sich immer mehr Träger von Jugendarbeit aus den Stadtteilen zurückgezogen hätten. Ohne, dass dafür Ersatz geschaffen wurde.

Nur wenige Hundert Meter vom Phoenix-See entfernt, auf dem Phoenix-West-Gelände, deutet sich derweil schon der nächste Konflikt an. Hier hat Eigentümer „NRW.Urban“ 21 Schilder aufstellen lassen, die ausdrücklich „Privatgelände“ ausweisen und „strafrechtliche Verfolgung“ androhen. Dies sei eine Reaktion auf Beschwerden von ansässigen Firmen über Lärmbelästigung durch Modellflieger- und autos während der Bürozeiten, so Projektleiter Franz Große-Kreul. Dies betreffe aber nur bestimmte Flächen und ausdrücklich nicht den Phoenix-Park, in dem eine rege Freizeitnutzung ausdrücklich erwünscht sei.