Lager von Geldautomatenbande in Bochum entdeckt

Zufallsfund in Garage

Eine Bande von Geldautomaten-Sprengern nutzte offenbar eine Garage in Bochum als Lager für ihr "Arbeitsmaterial": Ein Bochumer Vermieter ist durch Zufall darauf gestoßen. Nachdem er monatelang keine Miete erhalten hatte, öffnete er die Garage - und fand unter anderem einen gestohlenen Audi und Gasflaschen.

von Miriam Instenberg

BOCHUM

, 04.01.2017, 14:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lager von Geldautomatenbande in Bochum entdeckt

Wo Geldautomaten-Sprenger zuschlagen, hinterlassen sie - wie hier in einer Sparkasse in Mönchengladbach - eine Spur der Zerstörung. Die Bochumer Polizei ist jetzt vermutlich auf ein Lager einer Bande gestoßen.

Der Inhalt dieser Garage kam ihm gleich verdächtig vor: Nachdem ein Mieter ihm monatelang das Geld dafür schuldig geblieben war, öffnete der Vermieter das Objekt im Bochumer Ortsteil Hofstede eigenständig. Nach Angaben der Polizei befanden sich in der Garage unter anderem ein Audi RS5, Gasflaschen und Chemikalien. 

Das Auffällige daran: All diese Dinge stehen im Zusammenhang mit den Geldautomaten-Sprengungen, die bereits seit 2015 in ganz Nordrhein-Westfalen für Aufregung sorgen. Die Täter jagen die Automaten dabei in der Regel einem Gas-Luft-Gemisch in die Luft und fliehen dann mit drastisch überhöhter Geschwindigkeit, oft in dunklen Autos der Marke Audi, oft in Richtung Niederlande. 67 solcher Vorfälle gab es 2015 in Nordrhein-Westfalen, in 2016 waren es mit 136 Fällen sogar mehr als doppelt so viele.

Gestohlener Audi aus den Niederlanden

Die Bochumer Polizei, die vom Vermieter der verdächtigen Garage alarmiert wurde, sicherte dort am Dienstag die Spuren. "Wir untersuchen jetzt die dort sichergestellten Dinge", berichtete Polizeisprecher Volker Schütte am Mittwoch. "Wir haben aber bereits Hinweise darauf, dass das Material aus der Garage für weitere Sprengungen genutzt werden sollte." Der gefundene Audi RS5 jedenfalls, so viel sei bereits sicher, ist in den Niederlanden gestohlen worden.

Das Landeskriminalamt (LKA) vermutet als Täter eine Szene von Kriminellen aus den Niederlanden, aber auch Trittbrettfahrer. Ein Zusammenhang zwischen dem Zufallsfund in Bochum und einer der Automatensprenger-Banden sei „höchstwahrscheinlich“, die Ermittlungen seien aber noch nicht abgeschlossen, so die Polizei am Mittwoch.

"Nur ein Puzzlestück"

Die Bochumer Polizei befindet sich nach Angaben von Volker Schütte nun in engem Austausch mit dem LKA - dort wurde bereits 2015 extra die Ermittlungsgruppe "Heat" gegründet, um den Tätern auf die Spur zu kommen. "Wir sind ja nur ein Puzzlestück in den Ermittlungen", sagte Schütte. Natürlich werde nun auch der Mietvertrag für die Garage geprüft, um dem Mieter und mutmaßlichen Mitglied der Sprenger-Bande auf die Schliche zu kommen. Allerdings erwartet der Polizeisprecher keine leichten Ermittlungen. "Es ist nicht davon auszugehen, dass derjenige den Vertrag unter seinem echten Namen abgeschlossen hat. Wir bewegen uns hier immerhin im Bereich der organisierten Kriminalität."

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Mit Material von dpa