„Land des Lächelns“ konventionell inszeniert

Theater Hagen

Schon zum zweiten Mal entführt das Theater Hagen sein Publikum in dieser Saison in den Fernen Osten. Nach Japan und Puccinis "Madama Butterfly", die im Sommer Premiere hatte, kommt nun China mit Franz Lehárs Operette "Das Land des Lächelns" an die Reihe.

HAGEN

von Von Karsten Mark

, 15.11.2015 / Lesedauer: 2 min
„Land des Lächelns“ konventionell inszeniert

Prinzessin Mi (Maria Klier, Mitte) ist am chinesischen Hof für die gute Laune zuständig.

Regisseur Roland Hüve entführt im Theater Hagen in eine Operettenwelt, wie man sie erwartet: mit wienernden K.u.k.-Offizieren mit prächtigen Säbeln und goldenen Epauletten sowie einer exotischen chinesischen Hofgesellschaft.

Optisch ansprechend

Es ist das ältere Publikum, auf das das Theater mit dieser durch und durch konventionellen, aber handwerklich gut gemachten und optisch sehr ansprechenden Inszenierung abzielt. Und dieses zeigt sich bei der Premiere begeistert.

Operetten gehören zu den Stärken des Hagener Ensembles. Dass er in dieses gut hineinpasst, beweist der neue Erste Kapellmeister Mihhail Gerts am Pult des Orchesters. Dieses spielt mit hörbarer Musizierfreude und großem Spaß an den klangfarblichen Exotismen Lehárs vom chinesischen Gong bis zu den pentatonischen Motiven in den Piccoloflöten.

Authentisches Paar

Der chinesische Tenor Kejia Xiong und die Sopranistin Veronika Haller geben als Prinz Sou-Chong und Lisa ein recht authentisches Paar, wenngleich es an Erotik letztlich mangelt. Dafür wirkt Xiong als Darsteller etwas zu steif. Gesanglich bleiben hingegen kaum Wünsche offen.

Allein Xiongs starker Hang zum Vibrato dürfte die Geschmäcker spalten. Veronika Haller indessen strahlt mit hellem Timbre und müheloser Beweglichkeit in der Höhe.

Glanzlichter im dritten Akt

Darstellerisch setzen Maria Klier und Richard van Gemert als Buffo-Paar Mi und Gustl echte Glanzlichter im dritten Akt. Die kräftige Priese Humor kann das Stück gut vertragen, endet es doch nicht in der üblichen Champagner-Seligkeit anderer Operetten.

Lisa verlässt ihren chinesischen Prinzen, weil sie nicht hineinpasst in die fremde Welt der Mandschuren. Ausgerechnet Rainer Zaun, als Bass-Buffo oft ein Garant für zündende Komik in Hagen, verkörpert als "Oheim Tschang" die gnadenlose Tradition am Hofe und macht dies sehr überzeugend.

Immerhin ein bisschen mehr Happy End als im Original gönnt Regisseur Hüve seinem Publikum: Seine Mi nimmt Gustl einfach mit nach Wien. Karsten Mark

 

Termine: 25./29.11., 3./ 9./18./31.12.; Karten: Tel. (02331)2073218.