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Landschaft aus der Sicht von Künstlern

Situation Kunst

„Broken Landscapes“ lautet der Titel der neuen Ausstellung von Situation Kunst. Der Name passt nicht nur zu der Ausstellung. Gleichermaßen passt er zum Kubus von Situation Kunst selbst. Denn dort buddelt sich der Bagger sieben Meter tief in die Erde Schlossparks. Drinnen geht es eher um die Landschaft aus der Sicht vierer Künstler

WEITMAR

, 06.09.2014
Landschaft aus der Sicht von Künstlern

Jaap van den Ende verbindet realistische und abstrahierende Malerei.

Landschaftsmalerei hat in der holländischen Kunst eine lange Tradition. Ger Dekkers, Jan Dibbets, Ger van Elk und Jaap van den Ende greifen sie auf und entwickeln sie auf verschiedene Weise weiter. Da gibt es den analytischen Blick, die witzige Umformung, streng formelle Arbeiten, Malerei, Collagen, Fotografien, Objekte. Bei aller Unterschiedlichkeit finden sich immer wieder Bezüge. Die Zersiedelung und Zerstückelung der Landschaft, die Gefährdung der dem Meer abgetrotzte Küstenlandschaft sind Themen, die sich bei allen Künstlern finden. Und natürlich taucht immer wieder das Motiv des Horizonts aus.

Jan Dibbets, Jahrgang 1941, hat schon in den 1960er-Jahren die Malerei verlassen, machte sich in der Land-Art einen Namen. Neben älteren Arbeiten, die dies belegen, stehen neuere fotografische Werke zum Thema Horizont. Es geht ihm um die Wahrnehmung, wenn er den Horizont schräg in die Rahmen setzt, diesen dann kippt, sodass wieder eine gerade Linie entsteht. Humor zeigt er, wenn er in „Dutch Mountains“ die Illusion einer hügeligen Landschaft erzeugt. Um die kultivierte Landschaft der Niederlande und um Fragen der Wahrnehmung geht es auch Ger Dekkers in seinen seriellen Bildanordnungen. Immer wieder zeigt er den Eingriff des Menschen in die Natur, ohne den Menschen selbst darzustellen.

Ger van Elk, der Mitte August mit 73 Jahren starb, hatte noch die Entstehung der Ausstellung begleitet. Situation Kunst zeigt skurrile Arbeiten, etwa wenn er sich mit einem gelben Gummiboot auf einem Kanal filmen lässt, während er versucht, die Wasseroberfläche mit einer Maurerkelle glatt zu streichen. Poetischer wirken die Bild-Objekte aus der Serie „Kinselmeer“. Hier verfremdet er Fotografien fototechnisch und malerisch. Jaap van Ende kommt aus der konkreten Kunst. Seit den 1990er-Jahren setzt er in seinen mehrteiligen Arbeiten fotorealistisch gemalte (Stadt)-Landschaften mit stark abstrahierten Landschaftsausschnitten zusammen. Thema sind seine Heimatstadt Delft und die nahe Küste. Dabei geht es ihm auch darum, Orte zu zeigen, die in ihrer Alltäglichkeit jedem Betrachter vertraut erscheinen.

Die Ausstellung und Führung
Sonntag, 7. September, 16 Uhr, gibt es eine öffentliche Führung. Die Ausstellung wird 2015 in Koblenz und Schiedam gezeigt. Der Katalog erscheint auf deutsch und niederländisch. Studenten haben dafür Texte geschrieben. Er kostet 24 Euro. Situation Kunst befindet sich in der Nevelstraße 29 c / Schlosstraße 13, die Öffnungszeiten sind Mi-Fr 14-18, Sa+So 12-18 Uhr, Tel. (0234) 298 89 01.

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