"LandTanz" begeistert mit starken Bildern

Bauernhof als Bühne

Dieser Bauer ist anders als andere Landwirte. Ein bisschen wie Nosferatu schlurfte er am Sonntag (19.9.)über den Hof Mertin in Dortmund-Grevel. Es folgt ihm eine große Gruppe Neugieriger: Die Theatergruppe "artscenico" bittet zum "LandTanz". Erst in Essen und Dortmund, am Freitag (23.9.) in Witten und am Samstag (24.9.) in Schwerte.

DORTMUND

19.09.2011, 15:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Impressionen vom  Landtanz auf dem Hof Mertin in Dortmund Grevel.

Impressionen vom Landtanz auf dem Hof Mertin in Dortmund Grevel.

Jeder Abend wird so anders sein wie die Höfe. Gemeinsam sind allen die starken Bilder, die Regisseur Rolf Dennemann in die Natur, in Scheunen, Ställe und Garagen gestellt hat und mit denen er 90 Minuten den Bauernhof zur Bühne macht.

In Dortmund ist es ein Bullenhof. Neben Kürbissen und Äpfeln gibt es Tanz im Schuppen, der Bauer (Mathias Hecht) winkt weiter. Zwischen weidenden Pferden und schnaubenden Bullen im Stall spielt ein Cellist zum Tanz. Die Rindviecher blöken, die wundern sich wohl über diese Mu(h)sik.Spalier in der Plantage In einer Apfelbaumplantage stehen Tänzerinnen Spalier, später hat Dennemann sie malerisch wie alle Bilder auf einem Heuwägelchen und an einem Regenrückhaltebecken inszeniert. Auch Yi Cheng, 2009 Nachwuchstänzerin des Jahres in NRW, ist dabei. 

Mongolen spielen auf dem Pferdekopfcello, melancholische Akkordeonmusik begleitet einen Tanz in Gummistiefeln; der Bauer spielt mit einem Lego-Bauernhof, in einer Futterscheune singt ein Chor, eine Tänzerin räkelt sich auf einem roten Tuch auf Kohle, die sich neben Heu türmt. Neben Traktoren und zwischen Bullen wird getanzt.Kammerspiel im kleinen Raum Hautnah, besser: nasennah, kommt man mit Tieren in Berührung - in einem Kammerspiel im kleinen Raum mit Bäuerin und Bauer. Der LandTanz ist nicht nur die Begegnung von Bauernhofromantik und der Landwirtschaft als modernem, strukturgewandelten Industriebetrieb, er ist auch einen Begegnungstätte der Kulturen, von jüdischer, mongolischer und deutscher Musik. Beim Theater in der Räucherstäbchen-Scheune wird das sehr deutlich.

Und zwischen den Ställen gibt es Momente mit großer Kunst: Wie die stille Szene der Butoh-Tänzerin Photini Meletiadis in einem Gitterwagen. - Ein Erlebnis.Termine in Witten, Schwerte und Dortmund: › 23.9., 18.30 Uhr, Tantenrother Hof Witten, Tantenrother Weg 25. › 24.9., 11-18 Uhr, Hof Schulze-Vellinghausen in Dortmund-Sölde, Vellinghauser Straße 53, Symposium. › 24.9., 18.30 Uhr, Hof Schulte in Schwerte, Dorfstraße 39. › 25.9., 19 Uhr, Lokal Hafenliebe in Dortmund, Mathiesstraße 14-16, Dokumentationsfilme und Ausstellung. › Karten gibt es auf allen Höfen. www.artscenico.de