Lang Langs wilder Ritt auf den Tasten

Klavier-Festival Ruhr

Das Klavier-Festival Ruhr hat sich für ein Extra-Konzert mit Lang Lang zurückgemeldet - und der Starpianist sorgte für einen ausverkauften großen Saal in der frisch sanierten Duisburger Mercatorhalle. Seine musikalischen Partner hatte sich der Chinese selbst ausgesucht: die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen unter Leitung von Paavo Järvi.

Duisburg

, 24.10.2016, 14:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Lang Langs wilder Ritt auf den Tasten

Lang Lang hat in Duisburg begeistert.

http://www.klavierfestival.deLang Lang glänzte als Solist in Mozarts c-Moll-Konzert KV 491. Nach außen zeigte er übertrieben viel Pose, sein Spiel aber war gefühlvoll, mit samtigem Charakter in den leisen, feinen Passagen.

Die Läufe in der rechten Hand spielte er mit Leichtigkeit, dazu gab er einen akzentuierter Bass in der linken Hand.

Romantischer Virtuose

Im ersten Satz trat er in einen zarten Dialog mit den Holzbläsern, blieb beim gemeinsamen Spiel in den Orchesterklang eingebunden und spielte eine effektvolle Solokadenz.

Im kammermusikalisch durchsichtigen zweiten Satz trug er das Thema mal schlicht, mal pointiert vor. Den dritten Satz aber hatte er sich offenbar anders und deutlich schneller als Paavo Järvi vorgestellt.

Und dann gab er sich zunehmend als romantischer Virtuose, wobei er mit zu großem Ton, zu scharfem Anschlag spielte. Bei Manuel de Fallas "Feuertanz" als Zugabe setzte er noch eins drauf und vollführte einen exzentrischen Ritt auf den Tasten.

Järvi ließ die Musik fließen

Der Kontrast und die eigentliche Sensation kamen danach mit der zweiten Sinfonie von Brahms. Wohl selten hat man einen so duftend zarten, eleganten und feinen Brahms gehört wie durch die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen. Paavo Järvi ließ die Musik fließen, schwingen, aufblühen und fast im Nichts versinken.

Einfach atemberaubend. Als Extra gab’s den fünften Ungarischen Tanz von Brahms und, besonders spritzig gespielt, den "Tanz der Schäferin" von Hugo Alfvén.

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