Latin-Musical bringt frischen Wind auf die Bühne

Theater Hagen

Es zieht sie einmal mehr in die Schmuddelecken von New York. Musical-Professor Sascha Wienhausen und seine Studenten der Hochschule Osnabrück, die vor zwei Jahren mit „Avenue Q“ ihren frech-subversiven Einstand am Theater Hagen gaben, sind zurück: „In den Heights von New York“. Am Samstag war Premiere.

HAGEN

, 18.09.2017 / Lesedauer: 2 min
Latin-Musical bringt frischen Wind auf die Bühne

Die starken Choreographien im Musical „In den Heigts“ im Theater Hagen stammen von Sêan Stephens.

Sie sollen frischen Wind ins Haus bringen, mehr junges Publikum anziehen. Und diesen Auftrag nehmen sie ernst. Bereits die Ouvertüre zum „Hip-Hop- und Latin-Musical“ lässt einen geradezu atemlos zurück.

Rund zehn Minuten lang gibt Protagonist und Erzähler „Usnavi“ eine gerappte Einführung in seinen „Bezirk“, die Washington Heights, und seine tanzenden Mitstreiter, sowohl Kommilitonen als auch Tänzer des Hagener Balletts, ziehen choreografisch alle Register.  

Keine Zeit für Langeweile

Langeweile lässt dieses Stück in gut zwei Stunden reiner Aufführungsdauer tatsächlich nie aufkommen. Die musikalische Mischung aus dominikanischem Latin in all seinen Schattierungen von Salsa und Merengue, dazu ein bisschen Hip-Hop und eine Spur R‘n‘B, ist eine starke Triebfeder für ein temporeiches, tänzerisch ausdrucksstarkes Musical.

Neun Jahre nach seiner Broadway-Premiere ist es in Hagen zum ersten Mal in einer deutschsprachigen Version an einem professionellen Theater zu sehen. Auf den ersten Blick ist das verwunderlich, war das Stück von Komponist Lin-Manuel Miranda und Autorin Quiara Alegría Hudes doch überaus erfolgreich in den USA.  

Weich gezeichnet  

Hat man sich aber erst einmal eingefunden in den heftigen musikalischen Strom, der einen zunächst kaum zur Besinnung kommen lässt, so werden auch die Schwächen des Stücks erkennbar. Die Geschichte dahinter ist nämlich eher dünn und von einer bemerkenswerten Weichzeichnung des sozialen Milieus bestimmt.

Sieht man von solchen inhaltlichen Schwächen ab, hat das Stück als musikalische Unterhaltung alles, was man braucht, um sich hervorragend zu amüsieren.

27. 9., 1. /  13.10., 5. / 16. / 25. 11.; Karten: Tel. (023 31) 207 32 18.