Launiges „Maria, ihm schmeckt’s nicht“

Westfälisches Landestheater

Jan liebt Sara, Sara liebt Jan. Zeit, sich den Schwiegereltern vorzustellen und Hochzeitspläne anzumelden. "Mein Papa ist ein bisschen anstrengend", sagt Sara. "Er redet viel, er ist eine Art Windmaschine. Früher hat er alle meine Verehrer aus dem Haus gequatscht."

CASTROP-RAUXEL

, 12.12.2016 / Lesedauer: 2 min
Launiges „Maria, ihm schmeckt’s nicht“

Jans neue Familie: Antonio (Francesco Russo), Sara (Pia Seiferth und Ursula (Vesna Buljevic).

Oh, mein Papa ist eine wunderbare - Italiener! Jan darf sich auf einiges gefasst machen, südländisches Temperament, überschwängliche Herzlichkeit, buntes Schwadronieren.

Und auf eine große Sippe in Italien, die den neuen Sohn mit Pizza und Pasta mästen will. Mit "Maria, ihm schmeckt’s nicht" schrieb Jan Weiler einen Bestseller, der 2009 verfilmt wurde und jetzt am Westfälischen Landestheater in der Textfassung von Regisseur Dirk Böhling auf die Bühne kommt. Als vergnügliche Posse, die fröhlich mit Eigenarten und Stereotypen jongliert.

Mit Pizza und Pasta

 Ich heirate eine italienische Familie. Nachdem Papa Antonio (gut: Francesco Russo) und Mama Ursula (Vesna Buljevic) der Tochter (Pia Seiferth) und dem Schwiegersohn (Maximilian von Ulardt) den Segen gaben, lädt Antonio das Paar nach Campobasso ein.

Beim Karneval der Kulturen mischt Antonios ganze Sippe mit. Oma Anna (Thomas Tiberius Meikl), der Opa (Tankred Schleinschock), ein Onkel (Bülent Özdil) samt Frau (Stefanie Kirsten) und der Macho-Gockel Marco (Guido Thurk). Bussi-Bussi, Ciao-Ciao, buon appetito!

Gute Unterhaltung

Das Stück wird zum launigen Streifzug durch Italiens Küche und Lebensart. Viel reden, viel essen und den deutschen Schmalhans samt Eltern (Samira Hempel, Mike Kühne) füttern. Manfred Kaderks Bühnenbild ist so clever wie praktikabel. Flugs ist die Tafel abgebaut, und alle aalen sich am Strand.

Wir schmunzeln über Typenkomik und Familien-Anekdoten, zu Schleinschocks Piano singt das Ensemble Gassenhauer wie "Una Festa Sui Prati". In Rückblenden wird Antonios Zeit als Gastarbeiter lebendig.

Deutsche Frechheit und Arroganz steckt er weg, seine Ursula ist wohl das Beste an Germania. Spaßig, kurzweilig, unterhaltsam.

Termine: 17.12.2016 Castrop: 19.1.2017 Hamm, Karten: Tel. (02305) 97 80 20.