Lautstarker Kampf für gerechtere Chancen im Beruf

Internationaler Frauentag

Seit einer Entscheidung der Vereinten Nationen (UN) im Jahr 1977 ist der 8. März offiziell als Weltfrauentag anerkannt. Doch in der Bochumer Innenstadt treffen sich die Frauen bereits einen Tag früher, um auf ihre Sorgen und Nöte aufmerksam zu machen. Neben zahlreichen Infoständen auf dem Boulevard, wurde auch eine Demonstration angekündigt.

BOCHUM

, 06.03.2015, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Lautstarker Kampf für gerechtere Chancen im Beruf

Lautstark taten fast 50 Vertreterinnen aus Frauenverbänden und Mitdemonsranten ihre Meinung kund.

„Vom Gesetz her sind wir gleichberechtigt, aber das ist in der Wirklichkeit nicht so“, sagt Gabi Sommer vom Bochumer Frauenbündnis Courage. Zwar bewege sich einiges in der Politik, aber nicht unbedingt an den richtigen Stellen. Die Einführung der Frauenquote, einem der großen Projekte der aktuellen Bundesregierung, würde die Probleme der Ungleichbehandlung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt nicht lösen.

„Niemand soll aufgrund einer Quote an einen Job gelangen“, sagt sie und erklärt, dass ihrer Ansicht nach vor allem die Qualifikationen wichtig seien. „Männer und Frauen sollten dort die gleichen, gerechten Chancen haben.“ Ohnehin würde die Frauenquote, die vor allem in den Top-Unternehmen der Wirtschaft für mehr Frauen in der Chef-Etage sorgen soll, keine Verbesserungen für die Frauen bringen, die Courage insbesondere vertritt.

Probleme auf die Straße bringen

„Das sind nämlich die Frauen, die bei Opel gearbeitet haben, die Schleckerfrauen, die Frauen in Minijobs“, sagt Sommer. Gerade um sie stünde es aber besonders schlecht. Weil sie ohnehin schon wenig verdienen würden und durch die Erziehung von Kindern oder die private Pflege der Eltern noch weiter ins Hintertreffen geraten. Die jüngst eingeführte Mütterrente bezeichnet sie daher auch als „Verarschung“.

Mehr Kita-Plätze, einen besseren Schutz vor Altersarmut und ein stärkeres Bewusstsein für Gewalt gegen Frauen, das und noch viel mehr wünscht sich Gabi Sommer. Dass sich mit der Demonstration am Samstag nicht die Welt retten lässt, ist auch der Leiterin von Courage klar: „Aber wir finden es zunehmend wichtiger, diese Probleme laut und bunt auf die Straße zu bringen.“

Beginn der Veranstaltungen auf dem Boulevard ist um 12 Uhr. Die Demonstration beginnt um 15 Uhr am Kuhhirten.