Lawrence von Arabien: Genese eines Mythos

Ausstellung in Köln

KÖLN Für seine Bachelorarbeit reiste der junge Student 1909 auf eigene Faust nach Syrien und Palästina und erkundete die Architektur von Kreuzritterburgen. Die Leidenschaft für den Orient, die Wüste und militärische Eroberungen zeigte sich früh bei Thomas Edward Lawrence, und sie begleitete ihn sein Leben lang.

von epd

, 02.05.2011, 18:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dieses Foto von "Lawrence von Arabien" gehört auch zur Ausstellung.

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Wie aus dem jungen Archäologen und britischen Offizier noch zu Lebzeiten die international berühmte Heldengestalt "Lawrence von Arabien" wurde, dem geht eine Ausstellung im Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum nach. "Genese eines Mythos" lautet der Titel der Schau, die bis 11. September zu sehen ist. Die in Kooperation mit dem Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg erarbeitete Ausstellung widmet sich der ambivalenten Persönlichkeit von Lawrence (1888-1935). Sie lenkt den Blick auf seine Rollen als Archäologe, Arabienkenner, Spion, Berater für die Briten und Unterhändler bei den arabischen Stämmen im Kampf gegen die Osmanen und gegen die Deutschen während des Ersten Weltkriegs.Film mit Peter O'Toole Winston Churchill und ranghohe Stammesfürsten hielten große Stücke auf den Briten und setzten Hoffnung auf den klugen, gleichwohl schüchternen Lawrence. Mit Fotos, Dokumenten und Filmaufnahmen begibt sich die Schau auf die Spuren des Mannes, der dem westlichen Publikum aus dem monumentalen Filmepos von David Lean von 1962 in Erinnerung geblieben ist. Die Verkörperung durch Schauspieler Peter O'Toole, der der Zerrissenheit des jungen Briten in Beduinenkleidung Ausdruck verleiht, ist vielleicht einer der wenigen historisch korrekten Aspekte des Films. Denn wie im Film wusste auch der historische Lawrence, dass er den großen Wunsch der Araber auf einen eigenen unabhängigen Nationalstaat nicht durchsetzen konnte. Dass ausgerechnet eine Multimedia-Show Lawrence zu Lebzeiten zur Legende machte, mag einem heutigen Medienpublikum nicht mehr so kurios erscheinen wie vorangegangenen Generationen. US-Kriegsberichterstatter Lowell Thomas reiste 1918 zu Lawrence in die Wüste und begleitete ihn mit der Kamera. Aus Luftaufnahmen, Filmszenen und Fotos stellte er eine reisende Bildershow zusammen.Berater von Churchill Als Churchills politischer Berater nahm er noch 1919 und 1922 an den wichtigen Konferenzen von Paris und Kairo teil. Ab 1922 suchte er die Anonymität als einfacher Soldat in der britischen Armee. Unter falschem Namen gelang es ihm, dort Ruhe nach einem rastlosen Leben zu finden. Wenige Wochen nach seiner Entlassung 1935 starb der technik- und tempobegeisterte Lawrence an den Folgen eines Motorradunfalls.Rautenstrauch-Joest-Museum Köln: "Genese eines Mythos", bis 11.9., Cäcilienstraße 29-33, Di-So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr. www.museenkoeln.de

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