Leben und Träume der Mimi H.

Inge Meyer-Dietrich

Ein Weihnachtsbuch? - Ja, ein Buch, das an ruhigen Weihnachtsabenden so richtig genossen werden kann: Mimi ist Anfang 20 und Näherin. Sie wohnt noch zu Hause bei der Mutter und dem Stiefvater, der auf Zeche Zollern als Schmied arbeitet. Dort lernt sie Heinrich kennen.

11.12.2016, 10:34 Uhr / Lesedauer: 1 min

"Groß ist er, hat kräftige Hände, die ordentlich zu packen. Und sanfte blaue Augen." Die beiden verlieben sich, Mimi konvertiert zum katholischen Glauben, obwohl es ihr nicht leichtfällt. Heirat, eine Tochter wird geboren, ihr kleines Glück scheint vollkommen.

Mimis Zweifel

Doch Mimi hat Zweifel: "Die leise, warnende Stimme in ihrem Inneren ist nicht zu überhören, wie sie ihr zuraunt: Nicht übermütig werden! Bloß nicht übermütig werden."

Dann verändert der Erste Weltkrieg Mimis Leben radikal. Und sie erfährt, was Heinrich und seine Familie ihr verschwiegen haben. "Aber Mimi ist eine Kämpferin, die nicht aufgibt. Schon wegen der Kinder. Gefühlsduselei kann sie sich nicht leisten. Sie muss stark sein. Sie muss. Das hat sie sich selbst versprochen."

Packend und anrührend

Eine Geschichte aus unserer Geschichte; mit Menschen, von denen unsere Großeltern erzählt haben, die sie vielleicht in Teilen selbst waren; packend und anrührend. Inge Meyer-Dietrich schreibt mit sensibler Feder, geradeaus, ohne Umwege, mitten ins Herz.

Inge Meyer-Dietrich: Leben und Träume der Mimi H., 192 S., Henselowsky Boschmann, 9,90 Euro, ISBN 978-3-942094-61-0.