Lebenslang im Mordfall Dorstener Straße

Schwurgericht

Knapp ein Jahr nach einer grausamen Bluttat in Bochum-Hordel ist ein 23-jähriger Aushilfs-Arbeiter am Montag zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte einem Bekannten im Streit den Hals aufgeschnitten. Das Urteil am Bochumer Schwurgericht lautet auf Mord.

BOCHUM

von Von Werner von Braunschweig

, 07.11.2011, 13:35 Uhr / Lesedauer: 1 min

Beide Männer waren "Geschäftspartner" und hatten in Bochum gemeinsam Drogengeschäfte organisiert. Auslöser für die Bluttat war ein Streit.  "Der Angeklagte fühlte sich vom späterem Opfer als Laufbursche behandelt", sagte Richter Hans-Joachim Mankel in der Urteilsbegründung. Aus Wut und Verärgerung über angebliche Gewinnbenachteiligungen habe der 23-Jährige beschlossen, das Opfer "aus dem Weg zu schaffen".Der 23-Jährige hatte im Prozess bis zuletzt beteuert, keinen Mord begangen, sondern sich bei dem tödlichen Streit nur gewehrt zu haben. Das Opfer selbst habe ihn angeblich zuerst attackiert. "Ich wollte ihn nicht töten." Das waren die letzten Worte des 23-Jährigen vor der Urteilsverkündung. Die Richter nahmen ihm seine Notwehr-Version jedoch nicht ab. Ein Augenzeuge (17) hatte den 23-Jährigen im Prozess schwer belastet. Der Angeklagte war nach der Bluttat zunächst geflüchtet, konnte aber einen Tag später in Herne-Wanne festgenommen werden.