Leck in norwegischem Atomreaktor

Zwischenfall am Montag

Im norwegischen Halden hat es bereits am Montag einen Zwischenfall in einem Atomkraftwerk gegeben. In einem Reaktor nahe der schwedischen Grenze im Süden Norwegens soll durch einen Fehler radioaktives Material ausgetreten sein. Die dortige Atomaufsicht ermittelt die Ursachen.

HALDEN

, 25.10.2016, 13:24 Uhr / Lesedauer: 1 min
Leck in norwegischem Atomreaktor

Ein Atomreaktor im Süden Norwegens hatte am Montag um 13.45 Uhr (Ortszeit) ein Leck, bei dem radioaktives Material entwichen sei. Das berichtet die norwegische Behörde Norwegian Radiation Protection Authoritiy (NRPA) am Dienstag. Durch einen technischen Fehler beim Umgang mit Kernbrennstoff soll eine geringe Menge des radioaktiven Isotops Iodine-131 ausgetreten sein.

Personen, die sich während des Vorfalls in dem Reaktorraum befunden haben, wurden evakuiert. Mitarbeiter des IFE (Institute for Energy Technology) haben mittlerweile den Reaktorraum wieder betreten, um die Ursache und den Umfang des Lecks zu ermitteln. Die Aufsichtsbehörde NRPA wurde am Dienstagmorgen über den Zwischenfall informiert.

Leiter des NRPA, Per Strand, teilt in einer Pressemitteilung mit, dass der Fokus nun darauf liegt, das Leck zu stopfen. Die Behörde stehe durchgehend in Kontakt mit dem Institut - eine Inspektion soll klären, wie es zu dem Leck kommen konnte und warum die Aufsichtsbehörde nicht eher informiert wurde.

Das NRPA meldet außerdem, dass nach bisherigem Stand das Leck keine Konsequenzen für Gesundheit und Umwelt im äußeren Umfeld des Reaktors hat.

Iodine-131
Das Isotop des Elements Jod kann schon in geringen Dosen Schilddrüsenkrebs verursachen. Es ist ein Produkt der Kernspaltung in Atomreaktoren. Iodine-131 ist auch bei dem Unglück des Atomreaktors in Tschernobyl ausgetreten sowie in den ersten Wochen des GAUs von Fukushima.