Lesung: Poesie mal anders

Figurentheater-Kolleg

Im Figurentheater-Kolleg konnten sich Besucher am Wochenende auf eine poetische Reise machen. Eine Gruppenreise war es allerdings nicht, sondern eine individuelle Erfahrung für jeden. Die Leiterin des Kollegs hat nicht zu viel versprochen als sie von einer ungewöhnlichen Art der Auseinandersetzung mit Literatur sprach.

LANGENDREER

von Von Katrin Ewert

, 14.04.2014, 18:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Plakate, Textfragmente, Banner: Dozentin Silke Kruse liest eines der Werke vor.

Plakate, Textfragmente, Banner: Dozentin Silke Kruse liest eines der Werke vor.

Manche Texte gibt es nur zu hören, andere wiederum nur zu lesen. „Durch die verschiedenen Räume und Texte entsteht ein Wechsel in der Wahrnehmung“, sagt der Dozent Gert Engel. Zusammen mit Silke Kruse hat er den Wochenkurs ins Leben gerufen. „Durch diese Form erweitert sich die Imagination der Leser“, fügt er hinzu. Im Abstellraum, im Treppenhaus und sogar auf der Damentoilette – gelesen wird beim Poetischen Parcours an außergewöhnlichen Orten. Für die „Sprechstunde“ von Kursteilnehmer Joachim Polnauer zum Beispiel werden fünf Besucher ausgelost.

Die „Patienten“ werden einzeln in einen Raum gerufen, in dem der Autor vor einem Tisch mit drei Rollen Pergament steht. Der Patient darf sich einen seiner drei Texte aussuchen, den Joachim Polnauer dann individuell vorträgt. „Es ist wichtig, dass sich die Zuhörer im Raum bewegen“, sagt Dozent Gert Engel. Im Gegensatz zu einer normalen Lesung sei die Wahrnehmung so viel schärfer. „Die Wirkung ist individuell“, so Engel. Die Besucher werden zwar von Gert Engel durch die Räume geführt, aber trotzdem begibt sich jeder auf seine individuelle Suche und bewegt sich frei im Raum. An manchen Stellen werden die Besucher auch selbst kreativ und denken sich eigene Worte und Gedichte aus. Beim Poetischen Parcours begibt man sich nicht nur auf eine Lesung – sondern auch auf eine spannende Reise.  

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